Vor G7-Finanzministertreffen
Schuldenstreichung für Entwicklungsländer in Berlin gefordert
Die so genannte Brown-Initiative der britischen Regierung sieht lediglich vor, dass die reichen Industrieländer bis 2015 die Zins- und Tilgungszahlungen der ärmsten Länder gegenüber Weltbank und anderen Entwicklungsbanken finanzieren - verbunden mit strengen Auflagen für die Entwicklungsländer. Nach Berechnung von Attac würde dadurch der Bundeshaushalt pro Jahr mit gerade einmal 150 Mio. Euro belastet, ein Zehntel der Ausgaben für den Eurofighter. Zu befürchten ist aber, dass selbst diese kleine Geste gegenüber den verschuldeten Ländern nur dazu dienen soll, radikalere Maßnahmen im Keim zu ersticken.
Eine viel umfassendere Schuldenstreichung ist jedoch nicht nur notwendig, sondern auch finanzierbar. "Durch den Abbau ökologisch und sozial unsinniger oder sogar schädlicher Subventionen könnte die dringend gebotene Schuldenstreichung problemlos finanziert werden", sagte Martin Hoffmann von Attac Berlin. Attac fordert die Bundesregierung auf, bei der G7-Tagung weiter gehende Vorschläge nicht zu blockieren, sondern vielmehr mit einem eigenen Vorschlag voranzugehen. Eine
Schuldenstreichung für alle Entwicklungsländer ist unabdingbar und überfällig. Da viele Schuldnerländer einen sehr hohen Anteil ihrer Budgets und oft ein Drittel oder mehr ihrer Exporteinnahmen für den Schuldendienst ausgeben müssen, haben sie keinen Spielraum für Armutsbekämpfung und Investitionen in Bildung, Gesundheit und Ernährungssicherung.
Ein über 20 Jahre gestreckter Erlass aller Schulden von Entwicklungsländern gegenüber der Bundesrepublik würde den Bund nach Berechnung von Attac im Jahr 1,7 Mrd. Euro kosten. Auch wenn dies nach einer hohen Summe klingt, so ist es doch immer noch deutlich weniger als die 3,7 Mrd. Euro, die der Bund jedes Jahr nur für Autobahnen ausgibt, oder die 4 Mrd. Euro für die Subvention von Pendlern durch die Entfernungspauschale und auch weniger als die 2,3 Mrd. Euro, die den Besserverdienenden an Steuergeschenken allein durch die letzte Stufe der Steuerreform 2005 gemacht wurden.
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Am 03. Feb. 2005 unter:
arbeitStichworte:
« Behinderungen des Demonstrationsrechts beim Bush-Besuch befürchtet
Marshall-Plan soll Afrikas Regenwälder retten »
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