"Kampfeinsatz am Hindukusch"
USA will wegen Irak-Krieg von Deutschland Entlastung in Afghanistan
"Beide Mandate müssen auseinander gehalten werden", zitiert das Blatt einen Berater von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Die Bundesregierung fürchte, die "Verschmelzung" der Einsätze könnte die Koalition im Bundestag in eine Krise stürzen, heißt es in dem Bericht weiter. Zahlreiche rot-grüne Abgeordnete seien gegen einen Kampfeinsatz der Bundeswehr am Hindukusch, wie ihn die Amerikaner seit 2001 betreiben.
Bush will dem Blatt zufolge spätestens am 22. Februar in Brüssel beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 26 NATO-Mitglieder eine Einigung in seinem Sinne erreichen, bevor er einen Tag später Schröder in Mainz trifft. Außenminister Joschka Fischer (Grüne) und Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) suchten jetzt nach einer Kompromissformel, um sowohl ein neues Zerwürfnis mit den Amerikanern als auch Ärger mit den eigenen Bundestagsabgeordneten zu vermeiden. Eine Vorentscheidung könnte beim bevorstehenden Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Nizza fallen.
Bundeswehr plant längerfristigen Afghanistan-Einsatz
Die Bundeswehr scheint sich jedenfalls darauf einzurichten, die Afghanistan-Mission bis mindestens 2007 fortzusetzen. Dabei geht es um den möglichen Einsatz des Multinationalen Korps Nordost im Rahmen der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF), wie das Hauptquartier am Donnerstag im polnischen Stettin (Szczecin) mitteilte. In dem Korps sind neben Polen auch Deutschland und Dänemark beteiligt.
Polen ist nach den Worten seines Verteidigungsministers Jerzy Szmajdzinski bereit, in der Unterstützung des Korps ebenso wie im Prozess einer möglichen Verlegung des Stabes in das Einsatzgebiet eine führende Rolle zu übernehmen. Bei dem trilateralen Treffen wurde den Angaben zufolge ferner entschieden, die Vorbereitungen für einen Einsatz des Korpsstabes im Rahmen der ISAF-Operation in Afghanistan fortzusetzen. An dem Gespräch nahm auch Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) teil.
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