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"Öko-Test" berichtet über Antibiotika im Schweinefleisch

Stichprobe

Deutsches Schweinefleisch ist offenbar häufig mit Antibiotika belastet. Bei einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Stichprobe des Magazins "Öko-Test" enthielten fast ein Drittel der 17 untersuchten frischen Schnitzel Rückstände von Antibiotika. Dies zeigt nach Ansicht der Wissenschaftler, dass nach wie vor zu viele dieser hochwirksamen Medikamente in der Tiermast eingesetzt werden. Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) forderte, den Antibiotikaeinsatz in der Landwirtschaft deutlich zu senken. Der Bauernverband warnte vor Panikmache.

"Öko-Test" hatte abgepackte SB-Ware sowie lose Produkte von der Fleischtheke getestet. Die Tester ließen auch Keime untersuchen, die sich auf den Schnitzeln befanden. Dabei stellte sich offenbar heraus, dass die Bakterien bereits gegen mindestens ein Antibiotikum resistent waren, ein Stamm gleich gegen acht verschiedene Mittel.

Solche Mehrfachresistenzen seien deshalb problematisch, weil es im Notfall beim Menschen immer schwieriger werde, ein Medikament zu finden, das noch wirke, betonten die Tester. Das Magazin forderte die Landwirte auf, die Bedingungen in der Tierhaltung zu verbessern. Dadurch könnte der Einsatz von Antibiotika drastisch verringert werden.

Verbraucherministerin Künast kritisierte, durch den falschen Umgang mit den Medikamenten gefährdeten die Verantwortlichen die Gesundheit der Verbraucher. Wenn sich resistente Keime erst gebildet hätten, werde die Therapie von Krankheiten erschwert. Sie forderte dazu auf, die Anwendungsbestimmungen für Antibiotika in der 13. Arzneimittelrechtsnovelle in Bundestag und Bundesrat "zügig" zu beschließen.

Bauernverband: Resistenzquote von weniger als 10 Prozent

Der Bauernverband erklärte dagegen unter Berufung auf eine Studie des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, die Gefahr, dass sich über eine intensive landwirtschaftliche Nutztierhaltung antibiotikaresistente Bakterienstämme aufbauen, werde von wissenschaftlicher Seite als gering eingestuft. Der Hauptanteil der festgestellten Resistenzquoten sei mit weniger als 10 Prozent ermittelt worden. So lange es keine wirksamen Alternativen zur Therapie bei Erkrankungen gebe, könne auf den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung aus Tierschutzgründen "nicht verzichtet" werden, meint der Bauernverband.

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