Klimawandel
Gletscherchmelze im Himalaja bedroht Wasserversorgung von Millionen Menschen
"Zunächst wird das Schmelzwasser die Gletscherflüsse ansteigen lassen", erläutert Regine Günther, Leiterin des WWF-Klimareferats, "doch schon in wenigen Jahrzehnten werden Eis und Schnee so weit reduziert sein, dass sich die Situation umkehrt und die Wasserstände sinken." Sieben der größten Flüsse Asiens - Ganges, Indus, Brahmaputra, Mekong, Jangtse, Huang He und Salween - würden von den Gletschern des Himalaja gespeist. Millionen Menschen in der Region lebten an und von den Flüssen. Sollten die Gletscherwasser versiegen, könnten sie ihre Felder nicht mehr bewässern, Wasserkraftwerke könnten nicht mehr effizient betrieben werden.
In Nepal steige die Durchschnittstemperatur zurzeit jährlich um 0,06 Grad, berichtet die Umweltorganisation. Die Studie zeige, dass bei dreien der Gletscherflüsse Nepals bereits ein Rückgang der Wassermenge zu verzeichnen sei. Auch in den Nachbarländern würden bereits jetzt Auswirkungen des Klimawandels deutlich: In China trockneten die Feuchtgebiete der Qinhai-Ebene aus, in Indien schrumpfe der Gangotri Gletscher um 23 Meter jährlich.
Die Studie erschien im Vorfeld einer Ministerrunde der 20 größten Energie verbrauchenden Nationen der Welt, darunter China und Indien und des sich anschließenden G8-Treffens mit dem Schwerpunktthema Klimawandel. Beide Treffen finden von Dienstag bis Freitag in London statt. In einem offenen Brief an die deutschen Teilnehmer fordert der WWF die deutschen Minister auf, sich für eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf unter zwei Grad verglichen mit vorindustriellen Werten einzusetzen. Dieser Appell gehe an Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne), Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD).
"Das Handlungsfenster, einen gefährlichen Klimawandel noch abzuwenden, ist klein", warnte Günther. Die klimaschädlichen Treibhausgase müssten jetzt drastisch reduziert werden. "Statt wolkiger Versprechen muss es endlich ein Bekenntnis zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft hin zu erneuerbaren Energien und höherer Energieeffizienz geben", forderte Günther.
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Am 14. Mär. 2005 unter:
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