Tag des Waldes
Politik soll Sofortmaßnahmen gegen das Waldsterben ergreifen
1984 - als die Waldsterbensdiskussion Umweltthema Nr. 1 war - zeigten 56 Prozent aller Waldbäume Schäden. Zehn Jahre später lagen die Schadenszahlen bei 69 Prozent und nun - wiederum zehn Jahre später - sogar bei 72 Prozent. "Wenn der Trend der letzten 20 Jahre anhält, wird es bereits in 15 Jahren keine ungeschädigten Buchen und Eichen mehr in den deutschen Wäldern geben", sagt Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD. "In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts gäbe es dann keinen einzigen Waldbaum mehr ohne Schäden in der Baumkrone." Bereits heute haben 83 Prozent aller Eichen und sogar 86 Prozent aller Buchen Schäden in ihren Laubkronen. Diese Schäden an den Kronen sind ein Gradmesser dafür, wie stark das ökologische Gleichgewicht des Waldes und vor allem der Waldböden gestört ist. Anhand der Blattverluste lässt sich sozusagen die Fieberkurve des gesamten Ökosystems messen. Als größte Schadstoffbelastung für den Wald gelten Stickstoffverbindungen. Sie versauern den Waldboden, setzen giftige Substanzen frei und bringen die Nährstoffsituation im Boden aus dem Gleichgewicht. Zum Schutz der Wälder sei es daher dringend notwendig, die Stickstoffeinträge in die Wälder zu reduzieren. Hauptverschmutzer sind die landwirtschaftliche Tierproduktion - insbesondere die Massentierhaltung - und der Straßenverkehr - insbesondere der LKW-Verkehr. Der aktuelle Entwurf einer neuen Düngeverordnung, die auch die Lagerung und Ausbringung von Gülle regelt, muss dringend nachgebessert werden. Denn erlaubt sein sollen weiterhin derart hohe Stickstoff-Emissionen, dass damit keine einzige Anlage zur Massentierproduktion verhindert werden könnte. Auch die seit Anfang des Jahres erhobene LKW-Maut müsse laut Robin Wood erhöht und auf allen Fernstraßen erhoben werden, um zu erreichen, dass weniger Güter auf der Straße transportiert werden.
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Am 18. Mär. 2005 unter:
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