"Nein zu braunen Parolen"
Rund 8000 Menschen demonstrieren in Würzburg gegen NPD-Aufmarsch
Bürgermeisterin Marion Schäfer (SPD) sagte mit Blick auf die Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945: "Wir trauern um die Opfer. Und weil wir trauern, lassen wir es nicht zu, dass die nationalsozialistischen Verbrechen relativiert werden." Würzburg sage Nein zu braunen Parolen und Ja zur Versöhnung. Der Generalvikar der Diözese Würzburg, Karl Hillenbrand, forderte dazu auf, "Farbe zu bekennen, Haltung zu bewahren und Gesicht zu zeigen".
"Deutsche Täter sind keine Opfer"
An einer zeitgleichen Demonstration der Antifa Würzburg nahmen nach Polizeiangaben rund 600 Menschen teil. Sie riefen in Sprechchören: "Deutsche Täter sind keine Opfer". Auf Plakaten war zu lesen: "Keine Toleranz für Nazis". Anschließend folgte eine Kundgebung des Würzburger Friedensbündnisses, zu der bei strömendem Regen mit rund 500 Menschen weniger Teilnehmer als erwartet kamen.
Bei dem NPD-Aufmarsch trugen Teilnehmer Transparente mit Aufschriften wie "Mord verjährt nicht" und "In Gedenken an den Bombenhagel auf das Deutsche Reich". Bei einer Kranzniederlegung wurde eine Ansprache von der Polizei wegen des Verdachts auf volksverhetzende Äußerungen beendet. Während des NPD-Aufmarsches wurden von der Polizei offenbar etwa 60 Gegendemonstranten "festgehalten", weil sie von der Polizei als gewaltbereit eingestuft wurden.
Anschließend trafen sich nach Angaben der Polizei rund 100 Neonazis zu einem "Kameradschaftsabend" in einer Würzburger Gaststätte. Um 23.00 Uhr verließen die Neonazis die Gaststätte.
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