1 Million nicht vermittelbar

Arbeitsminister fordert "öffentlichen Beschäftigungssektor"

Der Arbeitsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Helmut Holter (PDS), geht davon aus, dass allein in Ostdeutschland rund eine Million Erwerblose ohne jegliche Chance auf die Vermittlung eines Jobs sind. Daran werde sich auch in den nächsten 10 bis 15 Jahren nichts ändern, sagte Holter der Chemnitzer "Freien Presse". Holter forderte den zügigen Aufbau eines öffentlichen Beschäftigungssektors. Was gegenwärtig als Ein-Euro-Job angeboten werde, müsse in gesellschaftlich anerkannte Beschäftigung umgewandelt werden. Statt Arbeitslosengeld II sollten die bisherigen Langzeitarbeitslosen einen aus Steuergeldern finanzierten Job erhalten. Der Lohn, auf den auch Steuern und Soziabeiträge zu zahlen seien, könnte rund 1000 Euro monatlich betragen.

Nach Einschätzung Holters ist eine anziehende Konjunktur längst nicht mehr die Antwort auf die anhaltende Massenarbeitslosigkeit. Die Praxis zeige, dass die Unternehmen trotz Rekordgewinnen immer weniger Arbeitskräfte benötigten. Rationalisierung und Modernisierung führten zum Abbau von weiteren sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Wachstum sei nur ein Weg zu mehr Jobs. Die andere Möglichkeit liege in öffentlicher Beschäftigung.

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