Arbeit & Gesundheit

Regierungsberater nennt drei Ursachen für historisch niedrigen Krankenstand

Der Kölner Gesundheitsökonom und Regierungsberater Karl Lauterbach äußerte sich gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zu dem "historisch niedrigen Krankenstand". Lauterbach bestätigte, dass Angst um den Job zu der Entwicklung beitrage. Der Regierungsberater hob allerdings vor allem auf die stetig sinkende Beschäftigung Älterer und auf "erfolgreiche betrieblicher Prävention" ab. Deutschland habe inzwischen "die gesündesten Belegschaften in ganz Europa". Wenn in der Hälfte der Unternehmen keine Mitarbeiter mehr über 50 Jahre beschäftigt würden, sinke natürlich das Krankheitsrisiko rapide. Denn Krankheit sei nun einmal in erster Linie altersbedingt. Hinzu komme, dass immer mehr Betriebe erkennen, dass sich gezielte Gesundheitsvorsorge auszahle. Der Beitrag der "Neuen Osnabrücker Zeitung" macht nicht transparent, auf welche Grundlagen Lauterbach seine Aussagen stützt und welche quantitativen Anteile die drei genannten Ursachen haben.

Der niedrige Krankenstand habe die Arbeitgeber bei den Lohnnebenkosten um Milliarden entlastet. Nachdem er in den vergangenen 15 Jahren fast halbiert worden sei, könne man aber kaum noch mit weiter spürbar sinkenden Zahlen rechnen. Deshalb sei es wichtig, sich bei der Prävention jetzt vorrangig den gesundheitlichen Problemen der Arbeitslosen zuzuwenden, verlangte Lauterbach.

Tatsache sei, dass viele Menschen wegen Krankheit arbeitslos und viele Arbeitslose wegen fehlender Beschäftigung krank würden. Nach Ansicht des Gesundheitsökonomen wäre es für die gesamte Gesellschaft ein Gewinn, wenn man die Arbeitsfähigkeit der Arbeitslosen erhöhen und damit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern könnte. Das Stellenangebot auf dem "Arbeitsmarkt" ist allerdings gering. Mehr als 5 Millionen, vielfach hochqualifizierte und leistungsfähige Menschen suchen Arbeit.

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