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Verbraucherschützer gegen zu exklusives Fußball-WM-Sponsoring

MasterCard und DFB

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat beim Bundeskartellamt und bei der EU-Kommission die Einleitung eines Missbrauchsverfahrens gegen den Deutschen Fußballbund beantragt. Hintergrund ist die Monopolstellung des Kreditkartenunternehmens MasterCard beim Verkauf von Tickets für die Fußball-WM 2006. "Wenn Sponsoren-Unwesen bei Sport-Großveranstaltungen zu einer Einschränkung des Wettbewerbs führt, hört für uns der Spaß auf," sagte Patrick von Braunmühl, Stellvertretender Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

Beim Bezahlen von WM-Tickets per Kreditkarte ist allein die MasterCard zugelassen. MasterCard ist zugleich Hauptsponsor der FIFA bei der Fußball-WM. Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht hierin einen Verstoß gegen deutsches und europäisches Kartellrecht, heißt es in einem Schreiben an das Bundeskartellamt und an EU-Wettbewerbskommissarin Kroes.

In der Information des DFB zum Vertrieb der Tickets heißt es hierzu: "MasterCard ist die Offizielle und Exklusive Karte der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006?. Es wird keine andere Kreditkarte akzeptiert. Informationen wie Sie eine MasterCard beantragen können, erhalten Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse beziehungsweise unter www.mastercard.com/fifaworldcup."

Die durch den Sponsorvertrag vermittelte Monopolstellung von MasterCard ist nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverband auch nicht dadurch zu rechtfertigen, dass alternativ das Lastschrift- oder Überweisungsverfahren zugelassen wird. Denn ein Großteil der Tickets wird von ausländischen Verbrauchern erworben und Auslandsüberweisungen sind häufig mit hohen Gebühren verbunden. Um unverhältnismäßig hohe Gebühren zu vermeiden, ist die Bezahlung mit Kreditkarte deshalb für viele Verbraucher die einzige praktikable Alternative.

"Es kann nicht sein, dass Fußballfans in Argentinien, Korea oder Südafrika allein deshalb nicht an Tickets herankommen, weil sie keine MasterCard oder kein Konto bei einer deutschen Bank haben", sagte Patrick von Braunmühl, Leiter Fachbereich Wirtschaftsfragen des vzbv. "Die FIFA und der DFB haben beim Verkauf der WM-Tickets praktisch ein Monopol?, so von Braunmühl weiter. Dies dürfe nicht dazu führen, dass Verbraucher außerhalb Deutschlands diskriminiert werden. Genau dies geschehe aber durch die beschränkten Bezahlmöglichkeiten.

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