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Leitfaden soll Unternehmens-Handeln ökologischer und sozialer machen

Konferenz entwickelt neuen Standard

Ein neuer internationaler Standard für das soziale und ökologische Engagement von Unternehmen soll für mehr Klarheit und Wettbewerb um ökologische und soziale Produktionsmuster sorgen. "Wer was wo herstellen lässt und welche Arbeitsbedingungen dort vorherrschen, war noch nie so unklar wie heute", sagte Edda Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Definierte und vergleichbare Standards würden Unternehmen mit hohem ökologischen und sozialen Engagement viel prominenter werden lassen. Verbraucher erhielten eine objektiv vergleichbare Messlatte, um umwelt- oder menschenverachtenden Produktions- und Arbeitsbedingungen die rote Karte zeigen zu können.

"International anerkannte Standards für unternehmerische Verantwortung können der entscheidende Antrieb sein, um betriebs- oder handelspolitische Entscheidungen stärker an Kriterien der Nachhaltigkeit auszurichten", so Müller. Dies gelte insbesondere für das Welthandelsrecht. So gehe das WTO-Abkommen über technische Handelshemmnisse davon aus, dass es sich bei internationalen Normen nicht um Handelshemmnisse handele. Demnach könne die Entwicklung einer entsprechenden Norm die Praxis im Welthandelsrecht aufbrechen, Umwelt- und Sozialstandards als potenzielle Handelshindernisse zu bewerten. Bisher verbiete die Welthandelsordnung der WTO den Mitgliedsstaaten regelmäßig, handelspolitische Entscheidungen an die Einhaltung von Sozialstandards zu knüpfen.

Noch bis Freitag findet in Salvador, Bahia, Brasilien die erste von sechs internationalen Konferenzen statt, auf denen die internationale Normungsorganisation ISO einen CSR-Leitfaden (Guidance Document on Corporate Social Responsibility) erarbeiten will. Die fertige Norm soll Anfang 2008 vorliegen. Ziel des Projektes ist es, Unternehmen und anderen Organisationen bei der Konkretisierung sozialer und ökologischer Verantwortung zu helfen. Gemeinsam mit Consumers International, dem internationalen Dachverband der Verbraucherorganisationen, wird auch der Verbraucherzentrale Bundesverband an dem CSR-Leitfaden mitarbeiten.

Auf nationaler Ebene sind bei der Normung von CSR zudem die jeweiligen Normungsorganisationen beteiligt. So hat das Deutsche Institut für Normung (DIN) im Dezember 2004 einen entsprechenden Arbeitsausschuss eingerichtet, in dem auch der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Stiftung Warentest vertreten sind.

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