"Interessante Idee"

Arbeitgeberpräsident gegen bisherige gesetzliche Arbeitsplatzgarantie für Mütter

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt fordert eine Überprüfung der familienpolitischen Leistungen. "Bisher führt unsere großzügige Familienförderung mit 150 Milliarden Euro weder zu mehr Geburten noch zu einer vernünftigen Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt. Hier müssen wir umsteuern," sagte Hundt dem in Düsseldorf erscheinenden "Handelsblatt" laut Vorabbericht. Vor allem die gesetzliche Arbeitsplatzgarantie von drei Jahren für Mütter gehe nach seiner Ansicht "an der betrieblichen Realität vorbei". Dagegen sei die Einführung eines einjährigen Elterngeldes eine interessante Idee, sagte Hundt.

"Ich meine, wir müssen über eine Verkürzung der Elternzeit und eine Konzentration der Transferleistungen diskutieren, um junge Eltern schnell wieder ins Arbeitsleben zu integrieren und die Motivation für mehr Kinder zu erhöhen," forderte Hundt.

Die Wirtschaft sehe er schon aus Eigeninteresse familienpolitisch in der Pflicht, sagte der Arbeitgeberpräsident. "Familie steht für Kinder, für soziale Sicherheit und für eine wertorientierte Erziehung. Alle drei Aspekte sind für die Wirtschaft bedeutend. Zudem können wir es uns angesichts eines verschärften Fachkräftemangels nicht leisten, auf gut qualifizierte Frauen und Mütter zu verzichten.".

Allerdings sei ein Betriebskindergarten nicht für jedes Unternehmen sinnvoll. Außerdem dürfe der Staat die Verantwortung für 1,2 Millionen fehlende Betreuungsplätze für Kleinkinder "nicht auf uns abwälzen", so Hundt.

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