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Wasser ist ein Menschenrecht und darf nicht privatisiert werden"

UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung

Bei den Vereinten Nationen in New York diskutieren derzeit Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen, Gewerkschaften und Unternehmerverbänden mit den Regierungen der Länder über gemeinsame Zukunftsstrategien. Im Zentrum der Diskussionen stehen Wasser, sanitäre Einrichtungen und Siedlungswesen. Für die deutschen Gewerkschaften setzt sich die IG Bauen-Agrar-Umwelt in New York für eine nachhaltige Entwicklung ein. "Gerade wenn es um Nachhaltigkeit geht, müssen Entscheidungen auf globaler Ebene und nicht nur in Deutschland gefällt werden", sagte Gewerkschaftschef Klaus Wiesehügel. Nach Auffassung der Gewerkschaften müssen Arbeitnehmer bei allen staatlichen und unternehmerischen Entscheidungen in den Bereichen Wasser, sanitäre Einrichtungen und Siedlungswesen beteiligt werden. Sie fordern in New York staatliche Investitionen, um die langfristige und nachhaltige Bereitstellung der Wasser-Infrastruktur zu sichern. "Der Zugang zu Wasser ist ein Menschenrecht und darf nicht privatisiert werden", heißt es in einer Erklärung.

Die Versorgung der Weltbevölkerung mit Trinkwasser ist nach Auffassung der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben. Nur ein Prozent des globalen Wasservorrats könne direkt genutzt werden, weil zwei Prozent des Wassers als Polareis oder Gletscher gebunden und die restlichen 97 Prozent salzhaltig seien. Sie seien deshalb für Mensch, Tier und Pflanzen "erstmal nicht zu gebrauchen". Dazu komme, dass die weltweite Verteilung dieses kostbaren Gutes sehr ungleichmäßig ist. "Weltweit haben 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser", schreibt die Gewerkschaft.

Beim Wassersparen sieht die Gewerkschaft Deutschland auf einem guten Weg. Seit Anfang der 90er Jahre habe sich der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland um 15 Liter "auf immer noch 130 Liter täglich reduziert". Nicht sparen müssten wir, wenn wir Trinkwasser als Nahrungsmittel nutzen. Auch bei der Produktion von Nahrungsmitteln sei Wasser nicht wegzudenken.

Eine "nachhaltige Land- und Forstwirtschaft" trage dazu bei, den Grundwasserspiegel zu erhalten. Nur so könne auch in Zukunft ein geregelter Wasserkreislauf stattfinden. Nachhaltige Wasserwirtschaft heiße auch Hochwasserschutz. "Werden Flüsse begradigt, steigt die Gefahr, dass das Wasser bei Tauwetter über die Ufer tritt. Das Elbe-Hochwasser ist noch lange nicht vergessen."

Erhebliche Risiken sieht die Gewerkschaft künftig bei den Abwassersystemen. Zwar sei die Abwasserentsorgung in Deutschland flächendeckend. "Spültoiletten, Schwemmkanalisation und Kläranlagen erfüllen ihre Aufgabe." Doch "leider nicht mehr lange". Vor allem in deutschen Großstädten seien viele Teile der Abwasser-Infrastruktur marode. Die Systeme stammten aus dem späten 19. Jahrhundert und seien nun nach mehr als hundert Jahren renovierungsbedürftig. "Hier sind Investitionen der öffentlichen Hand gefragt."

In Entwicklungsländern sei die Situation eine andere. Der Staat komme oft nicht nach, Häuser an eine kommunale Abwasserversorgung anzuschließen. In ländlichen Gegenden seien sanitäre Einrichtungen wie Duschen und Toiletten häufig noch ein Fremdwort. Weltweit haben nach Zahlen der Vereinten Nationen 2,4 Milliarden Menschen keinen Zugang zu elementaren sanitären Einrichtungen.

Die Gewerkschaften fordern vor diesem Hintergrund weltweit staatliche Investitionen, um die langfristige und nachhaltige Bereitstellung der Wasser-Infrastruktur zu sichern. "Nachhaltige Entwicklung ist nicht nur ein Wort", so Wiesehügel. Es sei vielmehr "die Überzeugung, dass wir nur im Dreiklang von Wirtschaft, Umwelt und Sozialem zukunftsfähige Entscheidungen treffen können."

Vor allem sei auch die soziale Dimension der Nachhaltigkeit auf nationaler und internationaler Ebene groß geschrieben. Die Gewerkschaften fordern existenzsichernde Löhne auf der einen Seite und auf der anderen Seite Preise für Wasser und Infrastruktur, die "sozial angepasst" sind.

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