Haftungsfragen
Bündnis warnt vor weiterer Aufweichung des Gentechnik-Gesetzes
"Landwirte, die trotz aller Risiken Gentech-Pflanzen anbauen, müssen für mögliche Schäden bei ihren Nachbarn aufkommen", forderte Hubert Weiger, BUND-Agrarexperte. Das sei in Deutschland gültiges Haftungsrecht und müsse es auch bleiben. "Das, was der Deutsche Bauernverband vorschlägt, nämlich die Bezahlung der wirtschaftlichen Schäden durch den Staat, ist nicht akzeptabel", sagte Weiger. "Nicht die Steuerzahler sondern jene, die Gentechnik einsetzen, müssen für die Folgen einstehen", forderte der BUND-Agrarexperte.
Deutschland werde von der Gentech-Lobby fälschlicherweise als gentechnikfeindlichstes Land der EU angeprangert, ergänzte die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt. "Tatsache ist, dass Großbritannien, Italien, Polen, Österreich und Ungarn wesentlich gentechnik-kritischer sind", sagte Zahrnt. Teilweise hätten sich dort ganze Bundesländer zu gentechnikfreien Regionen erklärt. Die Gentech-Lobby konzentriere ihre Aktivitäten deshalb auf Deutschland, weil es mit seinen 81 Millionen Verbrauchern für sie das Schlüsselland zur Einführung der Agrogentechnik sei. "Sie hofft, wenn sie Deutschland gentechnisch erobert, hat sie freie Fahrt in der gesamten EU", so Zahrnt.
Kurt-Henning Klamroth, Landwirt und Präsident des Landvolkverbandes Sachsen-Anhalt, zeigte sich erfreut über 65 gentechnikfreie Regionen in Deutschland mit 500.000 Hektar Fläche. Da der Zugang zum Standortregister leider erschwert worden sei, hätten gentechnikfrei produzierende Landwirte einen erhöhten bürokratischen Aufwand: "Um zu erfahren, ob Nachbarfelder gentechnisch genutzt werden, müssen wir im Internet recherchieren und komplizierte Behördenanträge stellen", berichtet Klamroth. "Wenn jetzt auch noch die Haftungsregeln aufgeweicht werden, bleiben wir künftig ohne jede Entschädigung auf unserer verunreinigten Ernte sitzen." Das könne der Gesetzgeber nicht wirklich wollen.
Auch Walter Haefeker vom Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund warnte vor den Auswirkungen der Gentechnik auf seinen Berufsstand: "Die deutschen Berufsimker sehen sich durch die Einführung der Agro-Gentechnik massiv in ihrer Existenz bedroht." Die Kunden wollten hochwertige Naturprodukte und keine gentechnisch veränderten Lebensmittel. Nach einer Aufweichung des Gentechnikgesetzes könne es deshalb zu einem Rückgang der Imkerei in Deutschland kommen. "Damit droht die wichtige Bestäubungsfunktion, die Bienen in Natur und Landwirtschaft haben, verengten wirtschaftlichen Interessen geopfert zu werden", warnte Haefeker.
BUND, Landwirte und Berufsimker kündigten an, Agrarministerin Renate Künast (Grüne) bei ihren Bemühungen, dem Verbraucherwunsch nach gentechnikfreien Produkten Geltung zu verschaffen, weiter zu unterstützen.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 05. Apr. 2005 unter:
nachrichtenStichworte:
« Bundesregierung startet Info-Truck zur EU-Verfassung
Studentenwerk gegen Unions-Pläne zur Abschaffung des BAföG »

Suchmachinenoptimierung
Wir optimieren Ihre Webseite. Mehr relevante Besucher = Mehr Umsatz. Lesen Sie mehr über unsere Stärken
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Erneuerbare-Energien: Solarprogramm für den Iran
- Globalisierung: Occupy gegen den Kapitalismus
- Wellness: Nordic Walking wird Sie begeistern
- Gewerkschaften verhindern Arbeitskampf
- DIE LINKE: Warum Sahra Wagenknecht die Richtige ist
- ESSO: Milliarden mit schwarzen Gold | Profit um jeden Preis
- SPD und Piratenpartei zum Urheberrecht
- Wellness durch Yoga Übungen
- Depression: Symptome, Test und Hilfe bei Depressionen
- Birgit Corinna Lange: Über Liebestaumel, Amerika und New York
