Deckung durch hohe Beamte
amnesty wirft Frankreich Vertuschung von Polizeigewalt vor
ai hat nach eigenen Angaben über einen Zeitraum von 14 Jahren rund 30 Fälle von Gewaltmissbrauch durch französische Polizei verfolgt. In dem neuen Bericht sind 18 Fälle dokumentiert, darunter fünf Fälle von tödlichem Schusswaffengebrauch und weitere fünf Fälle von Tod in Polizeigewahrsam. Gerade bei der Feststellung von Personalien gehe die Polizei äußerst brutal vor. Typisch seien Schläge mit Fäusten oder Knüppeln, die zu gebrochenen Nasen, Augenverletzungen, Prellungen und anderen Verletzungen führten. Vielfach behaupten die Misshandelten, auch rassistisch beleidigt worden zu sein.
"Die Justiz in Frankreich hat bei dieser missbräuchlichen Polizeigewalt weitgehend versagt", erklärte die Menschenrechtsorganisation. Es gebe ein immer wiederkehrendes Muster: Polizei, Staatsanwalt und Gerichte verweigerten oder verzögerten eine ordentliche Untersuchung der Vorfälle und die strafrechtliche Verfolgung der mutmaßlichen Täter in Uniform. Die Polizisten reagierten auf Misshandlungsvorwürfe mit Gegenanzeigen wegen "Widerstands gegen die Staatsgewalt".
Ein ähnliches Muster hat im vergangenen Jahr ein ai-Bericht zu missbräuchlicher Polizeigewalt in Deutschland festgestellt. ai dokumentierte darin zahlreiche Fälle von Misshandlung durch deutsche Polizisten. Der Bericht ergab, dass bei entsprechenden Vorwürfen in Deutschland die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft oft schleppend verlaufen. ai fordert für Deutschland ein unabhängiges Kontrollgremium sowie die Erhebung aussagefähiger einheitlicher Statistiken zu Misshandlungsvorwürfen.
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Am 06. Apr. 2005 unter:
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