Antarktis
Immer aggressivere Walfangpläne in Japan auch für Finn- und Buckelwale
Seit 18 Jahren fängt Japan unter dem Deckmantel der Wissenschaft Zwergwale in der Antarktis. Das "Forschungsprogramm" JARPA, in dessen Verlauf insgesamt knapp 6.800 Zwergwale getötet wurden, lief gerade aus, die Fangflotten sind vor wenigen Tagen heimgekehrt. Im Vorfeld der kommenden IWC-Tagung im Juni 2005 wird deshalb die offizielle Vorlage eines neuen japanischen "Forschungsprojektes" erwartet. Doch eine aktuelle Pressemitteilung des japanischen Walforschungsinstitutes lässt bereits jetzt durchblicken, dass Japan künftig auch die begehrten Buckel- und Finnwale töten möchte.
Japan will einen Zusammenhang zwischen den angeblichen "überraschenden Bestandszunahmen" und der globalen Erwärmung untersuchen. "Mit diesem fadenscheinigen Manöver läutet Japan nun eine neue Ära seines eigenmächtigen Walfangs ein", kritisiert die PRO WILDLIFE Sprecherin. Finn- und Buckelwale sind auf der Internationalen Roten Liste der bedrohten Arten aufgeführt. Zudem sind sie auf der gesamten Südhalbkugel von der IWC als "geschützte Populationen" eingestuft.
Seit 1988 unterwandert Japan durch seinen "Wissenschaftswalfang" das zwei Jahre zuvor in Kraft getretene weltweite kommerzielle Walfangverbot der IWC. Neben JARPA in der Antarktis gibt es ein zweites "Forschungsprogramm (JARPN) im Nordpazifik. Auch hier war die Jagd zunächst jahrelang auf Zwergwale begrenzt, deren Bestände größer sind als die anderer Wale. Doch seit 2000 tötete japanische Walfänger auch Bryde- und Pottwale, seit 2002 sogar die bedrohten Seiwale. In zwei scharfen Demarchen kritisierten zahlreiche Länder die japanische Regierung, angesehene internationale Wissenschaftler zerpflückten wiederholt die japanischen "Forschungs" ergebnisse. Doch Tokio macht unbeirrt weiter.
"Die kleinen Zwergwale sind für Japans Walfänger weitaus weniger interessant. Ein erlegter Finnwal bedeutet schließlich die achtfache Menge Fleisch - und ist zudem in Japan besser zu verkaufen", erläutert Altherr. Die Nachfrage nach Zwergwalprodukten ist in Japan in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Zwergwale stehen am Ende einer längeren Nahrungskette als viele andere Walarten und sind somit stärker mit Schwermetallen und polychlorierten Biphenylen (PCBs) belastet. Unter anderem aufgrund der Warnungen japanischer Verbraucherschutzorganisationen blieben in den letzten Jahren große Mengen Zwergwal-Fleisch und -Speck aus dem "Wissenschaftswalfang" unverkäuflich. Lediglich für andere Arten wie Sei-, Buckel- oder Finnwal existiert hingegen weiterhin eine rege Nachfrage.
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