Rüstungskonzern
Friedensgesellschaft moniert Fehlen von ethischen Grundsätzen bei EADS
Die EADS-Führung setze bei Waffenexporten voll auf die Erschließung neuer und den Ausbau bestehender Märkte. Die Menschenrechte kämen dabei unter die Räder. Dramatisches Beispiel hierfür seien die Exporte zivil und militärisch einsetzbarer Hubschrauber EC 120, deren neue Fertigungslinie gerade in China aufgebaut werde, sagte der DFG-VK-Sprecher.
Über die Folgen dieser Rüstungsexportpolitik würden die Anleger wie die Öffentlichkeit getäuscht. So behaupte der Vorstandschef Camus: "EADS-Kunden verwenden den Raktenwerfer MLRS nur im Kampfbereich." Auf Nachfrage soll der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Bischof gesagt haben: "Ich habe nicht gesagt, dass Menschen nicht verletzt werden können." Für Rüstungsexporte trage jedoch die jeweilige Regierung die Verantwortung, da "man den politischen Urteilen Priorität geben" müsse.
Die Friedensgesellschaft kritisierte außerdem die Spendenpraxis der EADS: Der Konzern subventioniere politische Parteien. "Wir unterstützen Bundestagsabgeordnete in ihren Wahlkreisen", zitiert die DFG-VK den Aufsichtsratsvorsitzenden Bischof. Damit sei "offensichtlich, wie die Zustimmung zu der Beschaffung des Eurofighters und des Raketenabwehrsystems MEADS gelaufen ist", sagte der DFG-VK-Sprecher Grässlin.
Es bleibe auch offen, an welchen Schulen die EADS für Nachwuchs werbe. Denn während der Hauptversammlung habe ein anderes Vorstandsmitglied, Rainer Hertrich, darauf verwiesen, dass der Rüstungskonzern EADS "mit Universitäten und Schulen zusammenarbeitet", um Praktikanten anzuwerben.
"Die so genannten ethischen Grundsätze der EADS sind das Papier nicht Wert, auf dem sie stehen", urteilte der Sprecher. Antworten zu 20 Fragen der Friedensgesellschaft seien "weitestgehend verweigert" worden.
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Am 11. Mai. 2005 unter:
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