Umweltzerstörung
Umweltverband wirft WestLB Mitfinanzierung von Kupfermine in Peru vor
Dass die Bank nichts mit der Kupfermine zu tun haben wolle, könne zwei Ursachen haben, sagte Werner Paczian, Sprecher von "Rettet den Regenwald": Es könne heißen, dass die Informationen von BankTrack falsch seien. Zum anderen könne es aber auch heißen, dass die WestLB sich nachträglich von dem Projekt distanziere, aus Angst, noch einmal sehr negativ in die Presse zu kommen wie es schon 2001 der Fall gewesen sei. In diesem Jahr habe die WestLB eine Öl-Pipeline mitfinanzieren wollen, die durch Regenwälder und Schutzgebiete führen sollte.
Betreiber der Kupfermine sei das britische Unternehmen Monterrico Metals, teilten die Umweltschützer mit. Es plane in der Provinz Huancabamba nahe der ecuadorianischen Grenze ab 2007 jährlich 200.000 Tonnen Kupfer abzubauen. "Bei Protesten von rund 3.000 Bauern gegen das Projekt ist die Polizei vergangenes Jahr brutal mit Tränengas und Schusswaffen vorgegangen", sagte Reinhard Behrend, Vorsitzender des Umweltvereins. Dabei habe es einen Toten, Schwerverletzte und Verhaftungen gegeben. Die betroffene Bevölkerung wehre sich gegen den Ausbau der Mine, weil das Kupfer Bergnebelwälder und des Wassers durch Zyanid vergiften würde.
In der betroffenen Provinz Huancabamba liegen die berühmten "Huaringas" - 14 Seen, denen die Einheimischen magische Kräfte zusprechen, teilt die Umweltorganisation mit. Nach Angaben örtlicher Bauern bedrohe die Kupfermine sogar das Amazonasbecken. Zudem würde der im Aufbau befindliche Naturtourismus in der Region geschädigt.
Um die "Rio Blanco-Kupfermine" zur zweitgrößten von Peru auszubauen, benötige der Auftraggeber Monterrico Metals einen 400-Millionen-US-Dollar-Kredit. Sollte die WestLB an der Finanzierung beteiligt sein, habe sie "nichts aus dem Desaster" der umstrittenen Öl-Pipeline in Ecuador gelernt, sagte Paczian. "Wer Projekte wie das in Peru unterstützt, verhöhnt die Banken-Initiative Equator Principles": eine Vereinbarung, zu der sich die WestLB 2003 gemeinsam mit anderen internationalen Kreditinstituten freiwillig auf soziale und ökologische Mindeststandards bei Projektfinanzierungen verpflichtet habe.
"In der Pflicht sind auch führende NRW-Politiker wie Minister Steinbrück, weil die WestLB de facto noch immer eine öffentlich-rechtliche Bank ist", sagte der "Rettet den Regenwald"-Vorsitzender Behrend. "Eine mit Steuergeldern gestützte Bank darf nur in ökologisch und sozial verträgliche Projekte investieren."
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