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Verbraucherministerium veröffentlicht Listen mit Tabak-Zusatzstoffen

Das Bundesverbraucherministerium hat am Dienstag Listen mit Zusatzstoffen in Tabakprodukten ins Internet gestellt. Bundesministerin Renate Künast (Grüne) erklärte dazu in Berlin, damit werde erstmals Transparenz in diesem Bereich geschaffen. Deutschland sei eines der ersten Länder in Europa, das die Rezepturen der Tabakindustrie öffentlich mache. Eine Arbeitsgruppe unabhängiger Experten solle nun standardisierte Prüfverfahren für die Bewertung der Giftigkeit der einzelnen Stoffe vorschlagen. Angesichts der Vielzahl der Stoffe sollte die Bewertung auf Europäischer Ebene erfolgen.

Die auf mehr als 1000 Seiten aufgelisteten Zusatzstoffe können auf der Homepage des Verbraucherministeriums unter dem Stichwort Verbraucherschutz und der Überschrift Tabakkennzeichnung eingesehen werden. Die Listen sind unterteilt nach Zigaretten, Zigarren, Pfeifentabak und Feinschnitt. Die einzelnen Zusatzstoffe werden nach Tabakmarken sortiert gemäß ihrer mengenmäßigen Verwendung aufgelistet. Darüberhinaus wird auch der Gehalt von Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid je Marke angegeben.

In einem nächsten Schritt soll auch der Verwendungszweck der einzelnen Zusatzstoffe aufgeführt werden. Zudem ist laut Künast eine weitere Liste mit Zusatzstoffen für Erzeugnisse wie Mundstücke, Filter, Zigarettenpapier und -spitzen geplant.

Der Verband der Cigarettenindustrie (VDC) zeigte sich überrascht über Künasts Vorgehen. Die in Tabakprodukten enthaltenen Zusatzstoffe seien "kein großes Geheimnis", sagte VDC-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Hainer auf Anfrage. Die Industrie gebe seit November 2002 "Daten in weit umfangreicherer Form" als auf den Listen an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weiter. Viele der Hersteller informierten zudem auf ihren Internetseiten über die von ihnen verwendeten Zusatzstoffe.

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