headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Sozialverbände empört über Geldforderungen der Apotheker

"Gewinner der Gesundheitsreform"

Führende deutsche Sozialverbände haben sich empört über Forderungen der Apotheker für Umsatzausfälle durch die Gesundheitsreform gezeigt. Den Apotheken steht laut einer Regelung im Gesundheitsreformgesetz eine Kompensation zu, wenn ihre Einnahmen bei rezeptpflichtigen Medikamenten 2004 unter denen von 2002 liegen. Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, bezeichnete solche Nachzahlungen in der "Berliner Zeitung" am Mittwoch als "paradox". In diesem Fall würde der Eindruck entstehen, dass Patienten, Versicherten und Rentnern immer noch mehr, anderen Gruppen aber weniger zugemutet werde. Der Bundesgeschäftsführer der Volkssolidarität, Bernd Niederland, forderte wirksamere Härtefallklauseln für Patienten zu verankern, statt Ausgleichszahlungen an die Apotheken zu leisten.

Niederland sagte: "Eine Ausgleichszahlung für die Apotheken wäre ein Schlag ins Gesicht für die Patienten."

Unions-Fraktionsvize Wolfgang Zöller (CSU) mahnte die Apotheken zur Zurückhaltung. Angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung der Apotheken in den vergangenen Jahren sollten diese ihre Forderungen auf ein vernünftiges Maß begrenzen.

Auch der Arzneimittelexperte der Universität Bremen, Gerd Glaeske, betonte, die Apotheker seien "die Gewinner der Gesundheitsreform". Der Berufsstand wäre sehr schlecht beraten, wenn er auf Rückzahlungen bestehen würde. An die Politik appellierte er, die Regelung aus dem Gesetz zu streichen.

Eine Entscheidung im Schichtungsverfahren zwischen Krankenkassen und Apotheken kann sich unterdessen nach Informationen der "Berliner Zeitung" noch mehrere Monaten hinziehen.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!