Klimawandel

War der arktische Ozean vor 50 Millionen Jahren ein Süßwassersee?

Vor etwa 50 Millionen Jahren war das Nordpolarmeer offenbar ein riesiger Süßwassersee mit zahlreichen Wasserpflanzen und Kleinstlebewesen. Das lassen die Bohrungen eines internationalen Forscherteams in den Sedimentschichten des Meeresbodens vermuten, über die NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in seiner Juni-Ausgabe berichtet.

Die ältesten Sedimente sind etwa 55 Millionen Jahre alt und mit Fossilien einer mikroskopisch kleinen und Wärme liebenden Alge der Gattung Apectodinium durchsetzt. Ihre Anwesenheit lässt darauf schließen, dass die Arktis damals ihre wärmste Phase seit dem Dinosaurierzeitalter erlebte. Zu dieser Zeit sonnten sich Krokodile unter der Sonne Grönlands. In den etwas jüngeren Schichten fanden die Forscher Sporen des Farns Azolla, der im Süßwasser zu Hause ist. Da die Sedimente mit den Sporen durchsetzt sind, glauben die Wissenschaftler, dass die Arktis vor 50 Millionen Jahren ein grünes Meer gewesen sein muss.

Wann und warum das Eis die Herrschaft in der Arktis übernahm, müssen weitere Forschungen erbringen. Vermutlich hat der Farn Azolla dabei aber eine entscheidende Rolle gespielt: Das schnell sprießende Gewächs entzog der Luft Kohlendioxid, eine der Ursachen der globalen Erwärmung, und schuf damit die Voraussetzung für die Eisbildung. Außerdem könnte das riesige Süßwasserreservoir eine Erklärung bieten: Süßwasser gefriert schneller als Salzwasser, und die entstehende Eisfläche reflektierte das Sonnenlicht, wodurch das Klima offenbar weiter abkühlte.

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