50.000 Unterschriften

Misereor fordert Schuldenerlass für die ärmsten Länder

Das katholische Hilfswerk Misereor ruft zu einem stärkeren Engagement für die Dritte Welt auf. Am Mittwoch übergab Misereor dazu in Berlin 50.000 Unterschriften an Bundeskanzler Gerhard Schröder. Gefordert wird vor dem G-8-Gipfel in Glenaegles im Juli und dem "Millenium+5"-Gipfel der Vereinten Nationen im September unter anderem, mehr Mittel für die Armutsbekämpfung bereitzustellen, den Schuldenerlass für die ärmsten Länder voranzutreiben und einen verbindlichen Zeitplan zur Erreichung des so genannten 0,7-Prozent-Zieles für die Entwicklungshilfe aufzustellen.

Die Bundesrepublik hatte sich wie alle anderen Staaten der Welt im Jahr 2000 beim UN-Millenniumsgipfel zur Anhebung des Anteils der Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts stufenweise bis zum Jahr 2015 verpflichtet. Mit seinen 0,28-Prozent-Anteil der Entwicklungshilfe ist Deutschland davon weit entfernt.

Nach Auffassung von Misereor-Geschäftsführer Prof. Josef Sayer könne man nicht hinnehmen, dass in der heutigen Welt mit ihrer noch nie da gewesenen Fülle an Möglichkeiten und Reichtümern tagtäglich 24.000 Kinder an Hunger sterben müssten. "Ungezählte Kinder der Armen sterben an Bagatellkrankheiten wie Durchfall. Es ist ein Skandal, dass jede Minute eine Mutter während der Schwangerschaft oder der Geburt sterben muss, weil nicht genügend medizinische Versorgung und Betreuung zur Verfügung stehen", so Sayer.

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