Ressourcenverbrauch
Europa lebt ökologisch weit über seine Grenzen
Die WWF-Analyse beruht auf einer Modellrechnung, dem so genannten "ökologischen Fußabdruck". Der Ansatz rechnet den Verbrauch an natürlichen Ressourcen in Fläche um. Der Landverbrauch für die Nahrungsmittel- und Holzproduktion wird ebenso berücksichtigt wie die für Städte, Straßen und andere Infrastruktur benötigten Gebiete. Zudem bezieht man die nötige Fläche ein, um den Kohlendioxidausstoß aufzunehmen.
Da ein Großteil der Energie durch die Verbrennung von fossilen Rohstoffen wie Kohle, Gas und Öl erzeugt wird, schlug der hohe europäische Energiebedarf bei der Bilanz besonders negativ zu Buche. In der EU leben sieben Prozent der Weltbevölkerung, sie verbraucht aber rund 17 Prozent der globalen Rohstoffe. Ein Ungleichgewicht, das weiter zunimmt: Der ökologische Fußabdruck der Europäer hat sich seit 1961 um 70 Prozent vertieft.
Der WWF-Report verdeutlicht Unterschiede in den verschiedenen Ländern: Die nordischen Länder Schweden, Finnland und Estland liegen besonders tief im roten Bereich. Sie liegen um den Faktor drei bis vier über dem weltweiten Durchschnitt. Deutschland konnte seinen ökologischen Fußabdruck seit Ende der siebziger Jahre leicht vermindern und sich damit von der Entwicklung in anderen großen europäischen Ländern wie Frankreich oder Großbritannien abkoppeln, deren Ressourcenverbrauch weiterhin steigt.
"Dies zeigt, dass sich Investitionen in moderne Umwelttechnologien lohnen", sagte WWF-Geschäftsführer Prokosch. Dank Deutschlands führender Rolle bei Umweltinnovationen positioniere sich das Land im Ranking der ökologischen Fußabdrücke auf einem mittleren Platz. Trotzdem liege Deutschlands Pro-Kopf-Verbrauch immer noch doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt.
"Wenn die EU konkurrenzfähig bleiben will, muss sie den Ressourcenverbrauch vom wirtschaftlichen Wachstum entkoppeln", forderte Prokosch. Der Weg dazu führe über eine veränderte Prioritätensetzung bei der Ausgabenpolitik. Umwelt zerstörerischen Projekten etwa dem Bau von Infrastruktur müsse der Geldhahn zugedreht werden. Es gelte, Fördergelder beispielsweise in der Landwirtschaft stärker an ökologische und soziale Kriterien zu knüpfen.
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Am 14. Jun. 2005 unter:
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