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Deutsche AIDS-Stiftung fordert Therapie-Zugang für alle Betroffenen

Medizin und HIV

Aus Anlass der Vorstellung des Geschäftsberichts für 2004 kritisierte die Deutsche Aids Stiftung am Freitag in Bad Godesberg, dass trotz sinkender Medikamentenpreise viele Betroffene in den weniger entwickelten Ländern keinen Zugang zu antiretroviraler Therapie haben. "Um dies zu ändern, müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Die Deutsche AIDS-Stiftung fordert Politik, Pharmaindustrie, Forschung sowie Hilfsorganisationen zu gemeinsamen Anstrengungen und einer besseren Zusammenarbeit im Kampf gegen AIDS auf", so Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung.

Im Jahr 2004 konnte die Stiftung von HIV und AIDS betroffene Menschen in Deutschland im Rahmen der Einzelhilfe mit 935.830 EUR (2003: 870.151 EUR) unterstützen. Für die Förderung nationaler Projekte wurden 614.041 EUR (2003: 528.826 EUR) aufgewendet, zuzüglich der Finanzierung des Wohnprojektes Reichenberger Straße in Berlin mit 480.374 EUR (2003: 971.500 EUR), für internationale Projekte wurden 369.383 EUR (2003: 196.187 EUR) ausgegeben. Die Gesamtsumme der bewilligten Mittel beläuft sich im Jahr 2004 auf 2.492.548 EUR (2003: 2.618.072 EUR).

Die Antragsteller bei der Deutschen AIDS- Stiftung werden insgesamt älter, unter ihnen sind mehr Migranten und mehr Frauen. Die Bewilligungssummen verschieben sich zunehmend von den Einzelhilfen zur Projektförderung. Die Unterstützung internationaler Projekte nimmt weiter zu. Die Zunahme der Projektförderungen habe auch mit der fortschreitenden Globalisierung zu tun. "Steigende Infektionsraten in Osteuropa und eine dramatische epidemiologische Situation, insbesondere im südlichen Afrika, führen dazu, dass wir uns verstärkt auch international engagieren", so Dr. Christoph Uleer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen AIDS-Stiftung.Stefan Hippler, Vorsitzender des von der Stiftung unterstützten Hilfsprojektes "Hope" in Kapstadt/Südafrika, kennt die Therapie- Probleme aus der Praxis: Stigma, Armut, falsche Dosierungen, mangelnde Betreuung der Patienten und Resistenzbildung. "Resistente Viren reisen schnell und werden auch nach Europa kommen. Deshalb ist die Frage eines Erfolges der medikamentösen Behandlung in Südafrika von Bedeutung für Europa", betont Hippler. Als unabdingbar für die Verbesserung des Therapie-Zugangs bezeichnet Doris D´Cruz Grote vom Global Fund weitere Preissenkungen bei Medikamenten, effektive Infrastrukturen für Test- und Behandlungszentren sowie eine ausreichende Zahl qualifizierter Mitarbeiter.

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