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Zweifel an Sicherheit des Atomreaktor-Betriebs durch RWE und E.On

Stilllegung statt Laufzeitverlängerung

Eine grobe Täuschung der Öffentlichkeit wirft die bundesweite Anti-Atom-Organisation "X-tausendmal quer" den Energiekonzernen RWE und E.on am Donnerstag vor. Beide Unternehmen hätten sich in den letzten Tagen für eine Verlängerung der Laufzeit ihrer Atomkraftwerke ausgesprochen, sollte es im Herbst zu einem Regierungswechsel kommen. Möglich wäre dies aufgrund der Sicherheit der Anlagen, hätten Manager beider Firmen behauptet. Laut X-tausenmal quer standen aber Kraftwerke beider Betreiber schon kurz vor einer Katastrophe. Die Initiative forderte statt Laufzeitverlängerungen die sofortige Stillegung aller Atomkraftwerke.

"Es ist unerträglich, dass gerade RWE und E.on von sicheren Atomkraftwerken sprechen", so Jochen Stay von X-tausendmal quer. "Mit Biblis und Brunsbüttel standen bereits Kraftwerke beider Betreiber kurz vor einer Katastrophe und es war nur extrem glücklichen Umständen zu verdanken, dass es nicht zu massiven Freisetzungen radioaktiver Stoffe gekommen ist."

X-tausendmal quer führt aus:

"Der RWE-Reaktor Biblis A sei am 18. Dezember 1987 kurz vor dem Super-GAU gewesen. Beim Anfahren habe ein ein Ventil nicht geschlossen, die leuchtende Warnlampe sei 17 Stunden übersehen worden. Erst die dritte Schicht habe den Fehler bemerkt, und versucht ihn durch das unzulässige Öffnen eines weiteren Ventils zu beheben. Dabei sei eine Verbindung zu Rohren hergestellt worden, die für den hohen Druck nicht ausgelegt sind. Hätte das zweite Ventil versagt, wären die Rohre geplatzt, und die Kernschmelze wäre unabwendbar gewesen, so X-tausendmal quer. RWE habe den schweren Störfall vertuscht und er sei erst ein Jahr später durch eine Veröffentlichung in einer US-Fachzeitschrift publik geworden.

X-tausendmal quer: "Im E.on-Reaktor Brunsbüttel zerfetzte am 14. Dezember 2001 eine Explosion eine zehn Zentimeter dicke Rohrleitung in der Nähe des Reaktordruckbehälters auf einer Länge von drei Metern." Hätte sich diese Explosion durch Zufall etwas näher am Reaktordruckbehälter ereignet, sei eine Freisetzung radioaktive Stoffe in großem Umfang nicht zu verhindern gewesen. Auch hier hätten die Betreiber den Störfall vertuscht, und das Kraftwerk einfach weiterlaufen lassen. Das Ausmaß des Schadens sei erst zwei Monate später entdeckt worden.

Stay: "Es ist eindeutig: Die Stromkonzerne geben in ihren AKWs Wirtschaftlichkeit den Vorrang vor Sicherheit." Dies lasse sich mit Dutzenden Beispielen belegen. "Jeden Tag, den die Reaktoren weiter laufen, kann der Tag der Katastrophe sein." Deshalb fordere X-tausenmal quer statt längerer Laufzeiten die sofortige Stilllegung der "gemeingefährlichen Atomkraftwerke"."

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, hat X-tausendmal quer in der letzten Woche die Anti-Atom-Kampagne ".ausgestrahlt - Gemeinsam gegen ein Comeback der Atomkraft" gestartet.

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