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Lafontaine wird WASG-Spitzenkandidat in NRW

Linksbündnis

Der Landesverband Nordrhein-Westfalen der Linkspartei WASG hat den früheren SPD-Chef Oskar Lafontaine mit großer Mehrheit zum vorläufigen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl nominiert. Lafontaine, der einen Gegenkandidaten hatte und 124 der 153 Delegiertenstimmen erhielt, gab auf einem Parteitag in Köln seinen Eintritt in die WASG bekannt. Er knüpfte seine Kandidatur aber an das Gelingen einer Zusammenarbeit von WASG und PDS. "Ich bin bereit, die Kandidatur zu übernehmen, wenn ein solches Bündnis zustande kommt", sagte Lafontaine.

Eine endgültige Kandidatenliste für die Bundestagswahl soll es erst geben, wenn das Bündnis auf Bundesebene steht. Bisher gibt es dazu lediglich eine Absichtserklärung, aber noch kein konkretes Ergebnis.

Lafontaine warb auf dem Landesparteitag für den Zusammenschluss: "Wir können drittstärkste Kraft im Deutschen Bundestag vor FDP und Grünen werden", sagte er den Delegierten. Nach einer zum Teil heftigen Aussprache schlossen sich rund zwei Drittel der Delegierten der Einschätzung Lafontaines an und gaben grünes Licht für ein Bündnis beider Parteien. Gegner des Zusammenschlusses warnten vergeblich vor einer "feindlichen Übernahme" der WASG durch die PDS.

Lafontaine betonte, die "Vereinigte Linke" sei "von der Bevölkerung gewollt". Er mahnte beide Parteien zur Geschlossenheit: Auf dem Weg ins Bundesparlament "können wir uns nur selbst noch ein Bein stellen". Ein Zusammengehen von WASG und PDS sei die einzige Chance für einen Wahlerfolg, da ansonsten zwei linke Parteien gegeneinander kandidieren würden.

Der PDS-Spitzenpolitiker Gregor Gysi warnte unterdessen vor dem Scheitern des Linksbündnisses. "Es wäre gefährlich, wenn die Leute das Gefühl haben, wir streiten über Namen und Posten und nicht über die Probleme im Land", sagte Gysi. Zugleich distanzierte er sich von Lafontaines umstrittener "Fremdarbeiter"-Äußerung. "Das ist nicht mein Vokabular", sagte Gysi. Das Verhältnis zu Lafontaine erklärte er so: "Wir wollen zusammen arbeiten, nicht heiraten."

Für PDS-Chef Lothar Bisky ist die "Fremdarbeiter"-Äußerung Lafontaines ein "Lapsus". Er habe Lafontaine nach dessen Rede in Chemnitz angerufen und ihm erklärt, das sei nicht Position der PDS. Lafontaine habe beschreiben wollen, dass jene, "die Globalisierung schamlos für mehr Profite nutzten, Arbeiter aus anderen Ländern ins Land hineinschicken", um die eigenen Löhne zu drücken.

Umfragen zufolge könnte ein Linksbündnis von WASG und PDS auf Bundesebene acht bis neun Prozent der Stimmen erzielen.

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