Tierschutz
EU-Kommission unterbreitet Richtlinien-Vorschlag zur Masthühnerhaltung
Die Masthühnerhaltung ist eine der intensivsten Produktionsformen überhaupt. In nur fünf bis sechs Wochen werden bis zu 40.000 Hühner in völlig überfüllten Hallen auf ihr Zielgewicht von zwei Kilogramm gemästet. In diesen rund 35 Tagen teilen sich etwa 20 Tiere einen einzigen Quadratmeter Bodenfläche. Die eingesetzten Tiere sind gezielt auf rasend schnelle Gewichtszunahmen gezüchtet, die das Auftreten zahlreicher qualvoller Erkrankungen begünstigt. Bei dieser Intensivmast liegt die Sterblichkeit mit circa einem Prozent pro Woche um ein Vielfaches höher als beim Einsatz langsam wachsender Rassen oder bei jungen Legehennen.
In einem Bericht aus dem Jahr 2001 hatte das Wissenschaftliche Komitee der EU die Folgen der intensiven Selektion auf schnelle Gewichtszunahmen als wichtigsten Faktor für Beeinträchtigungen des Wohlbefindens bei Masthühnern benannt. "Diese Problematik wird im aktuellen Vorschlag nicht berücksichtigt. Auch soll den Tieren weniger Platz zugestanden werden, als Legehennen in tierquälerischen Käfigbatterien", sagt Thomas Pietsch. "So sieht der Entwurf zwar eine Besatzdichte von 30 Kilogramm pro Quadratmeter Bodenfläche vor, beinhaltet jedoch gleichzeitig die Möglichkeit, die Dichte auf 38 Kilogramm pro Quadratmeter zu erhöhen, wenn bestimmte Zusatzvorgaben eingehalten werden. Ein Großteil der deutschen Betriebe hält diese schwachen Zusatzvorgaben schon heute ein. Deshalb ist sogar mit einem Anstieg der heute üblichen Besatzdichte von 35 Kilogramm pro Quadratmeter auf 38 Kilogramm pro Quadratmeter zu rechnen. Die Bedingungen für mehr als 350 Millionen deutsche Masthühner werden sich also verschlechtern."
Der EU-Vorschlag müsse dringend überarbeitet werden und zwingend die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse des eigenen Fachausschusses berücksichtigen. Um die Lebensbedingungen der Masthühner zu verbessern, fordert VIER PFOTEN die Herabsetzung der Besatzdichte auf 25 Kilogramm pro Quadratmeter und die obligatorische Verwendung langsam wachsender Zuchtlinien, die für Herz-Kreislauferkrankungen, Schädigungen des Bewegungsapparates und weitere zuchtbedingte Gesundheitsprobleme weniger anfällig sind.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
