"Festung Europa"

Mahnmal für Tote durch Schengen-Abkommen gefordert

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Schengener Abkommens am 14. Juni schlägt die "Aktion 3. Welt Saar" vor, ein Mahnmal für die Flüchtlinge zu errichten, die an den Außengrenzen Europas starben. Das Schengener Abkommen sei schließlich das zentrale Vertragswerk für den europäischen Einigungsprozess und regele auch den Umgang mit Flüchtlingen. Daher sei es unangemesen, sich mit europapolitischer "Schönrednerei" zu begnügen und die "unbequemen Realitäten" auszublenden. Alleine seit 1993 seien über 5.000 Menschen bei der Flucht nach Europa gestorben. Von Anfang an sei beabsichtigt gewesen, möglichst niedrige Asylrecht-Standards einzuführen.

"Das Schengener Abkommen ist bei weitem kein Erfolgsprojekt, sondern die juristische Grundlage der Festung Europa, an deren Außengrenzen sich seit Jahren menschliche Tragödien abspielen", sagte Roland Röder von der Aktion 3. Welt Saar. Alleine zwischen 1993 und 2004 seien dort nach Angaben des europäischen Netzwerkes "United against racism" 5.017 Flüchtlinge ums Leben gekommen. "Ertrunken, verdurstet, erfroren, in den Selbstmord getrieben." Um den Toten "zumindest ein Stück ihrer Würde zurück zu geben", schlage die Initiative die Errichtung eines Mahnmals in Schengen beziehungsweise Remich vor. Dort, wo das Vertragswerk am 14. Juni 1985 unterzeichnet wurde.

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