Gesundheit

Spezielles Gen fördert Krebs bei Alkoholikern

Die Entstehung von Krebs bei Alkoholikern wird genetisch beeinflusst. Das geht aus einer wissenschaftlichen Untersuchung unter Federführung des Heidelberger Mediziners Helmut Seitz hervor. Wie das dortige Universitätsklinikum am Mittwoch mitteilte, werden demnach bösartige Tumore, die in Zusammenhang mit starkem Alkoholkonsum entstehen, von einem speziellen Gen gefördert. Dieses produziere ein krebserzeugendes Stoffwechselprodukt von Alkohol.

Den Angaben zufolge stellten Seitz und seine Kollegen von den Universitäten Erlangen, Lübeck und Regensburg den genetischen Einfluss in einer Studie mit über 800 alkoholkranken Patienten fest. Dabei seien zwei Gruppen mit und ohne Krebserkrankungen verglichen worden. Die Untersuchung habe ergeben, dass die erkrankten Patienten sehr viel häufiger Träger des Gens mit dem Namen ADH-1C1 seien. Damit sei nachgewiesen, dass bei alkoholbedingten Tumorerkrankungen die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle spiele.

"Alkohol selbst löst keinen Krebs aus", betonte Seitz. Maßgeblich sei vielmehr das von dem Gen entwickelte Stoffwechselprodukt Azetaldehyd, welches meist gemeinsam mit anderen krebsauslösenden Faktoren wie Rauchen die Krebsentstehung vorantreibe. Mit starkem Alkoholkonsum werden insbesondere bösartige Tumore der Leber, der Speiseröhre, des Gaumens und des Kehlkopfs in Verbindung gebracht.

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