Mittelamerika
Regierung in Guatemala unternimmt nichts gegen brutale Frauenmorde
Der Anteil von Frauen an der Gesamtzahl der Morde in dem kleinen mittelamerikanischen Land stieg von 4,5 Prozent 2002 und 11,5 Prozent 2003 auf 12,1 Prozent im letzten Jahr. Viele Opfer wurden vor ihrem Tod vergewaltigt. "Die meisten Täter sind bisher nicht belangt worden. Hier hat die Justiz Guatemalas versagt", sagte Markus Kneissler, Guatemala-Experte von ai.
Viele der Opfer erlitten extrem brutale Gewalt. Ihnen ergeht es wie der 15-jährigen María Isabel Veliz Franco. Sie wurde im Dezember 2001 entführt und Tage später ermordet aufgefunden. Hände und Füße waren mit Stacheldraht gefesselt, um ihren Hals war ein Seil geschlungen. Ihr Körper wies Würgemale und zahlreiche Stichwunden auf, das Gesicht war durch Schläge völlig entstellt. Vor ihrem Tod war María vergewaltigt worden.
Bisher seien weniger als 10 Prozent der Fälle untersucht wurden. Rund 40 Prozent wurden ohne Ermittlungen zu den Akten gelegt. Die guatemaltekischen Behörden tendieren dazu, die Opfer zu diskriminieren und ihnen gar eine Teilschuld zuzuschreiben, indem sie die Frauen und Mädchen als Mitglied von Jugendbanden oder Prostituierte bezeichnen. Die große Mehrheit der Opfer sindjedochHausfrauen,Studentinnen oder Arbeiterinnen aus armen städtischen Gesellschaftsschichten.
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