Walschutz
WWF-Studie ermittelt die am stärksten durch Beifang bedrohten Kleinwale
Um das Überleben dieser Arten zu sichern, müssen unverzüglich Schutzmaßnahmen, wie der Einsatz von "flipperfreundlichen Netzen" oder die Ausweisung von Tabuzonen für die Fischerei vorangetrieben werden. Der WWF fordert auf der bevorstehenden Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Ulsan, Südkorea, das Beifangproblem konsequent anzugehen.Für die Studie wurde erstmals eine Liste der am stärksten durch Beifang bedrohten Wal- und Delfinpopulationen erarbeitet. Die Studie verdeutlicht die Dimension des Problems. "Die größte Gefahr für die Delfine sind Kiemennetze. Delfine und Wale müssen regelmäßig zum Atmen an die Wasseroberfläche. Verfangen sie sich in den Netzen, ist das meist ihr Todesurteil. Mehr als 800 Tiere ersticken jeden Tag qualvoll in den Netzen", erläutert Volker Homes, Walexperte beim WWF Deutschland. "Das ist ein Delfin alle zwei Minuten."
Die Untersuchung zeigt aber, dass sich die Walbestände wieder erholen können, wenn gegengesteuert wird. Durch den Einsatz moderner Fanggeräte lasse sich der Anteil an unerwünschtem Beifang deutlich reduzieren. So wurden spezielle Netze entwickelt, die Delfine besser erkennen und denen sie ausweichen können, sowie Signalgeber an den Netzen eingesetzt, die die Delfine hören können. Von 1993 bis 2003 ist der Beifang von Delfinen dadurch in den USA auf ein Drittel des ursprünglichen Wertes zurückgegangen. Der WWF sieht insbesondere die Internationale Walfangkommission (IWC) zum Schutz der Kleinwale in der Pflicht. "Die IWC ist das einzige weltweit tätige Gremium zum Schutz und Management von Walen und Delfinen. Obwohl viele der Delfine stärker gefährdet sind als Großwalarten, spielen sie bei der IWC nur eine untergeordnete Rolle. Gerade durch den Beifang sind viele Arten an den Rand des Aussterbens gebracht worden", sagt Homes. Der WWF fordert von den Teilnehmern der Konferenz, klare Beschlüsse zur Reduktion des Beifangs. So sollen Fischereigeräte verbessert, Gesetze geändert und Fischer besser geschult werden.
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