Fehlende Attraktivität

Historiker Besier sieht im Osten große Zweifel am kapitalistischen System

Der Historiker Gerhard Besier warnt davor, in den Anhängern des neuen Linksbündnisses nur Protestwähler zu sehen. In Ostdeutschland gehe es über die reine Protesthaltung hinaus. "Hier keimen Zweifel an der sozialen Marktwirtschaft auf oder, wie viele sagen würden, am kapitalistischen System", sagte der Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung in Dresden der "Sächsischen Zeitung".

Besier fügte hinzu, in Westdeutschland sei es nach 1945 gelungen, mit Hilfe der Westalliierten einen wirtschaftlich erfolgreichen Staat zu errichten. "Dieser besaß für die Menschen eine so hohe Attraktivität, dass es ein leichtes war, zum Demokraten zu werden." Nach dem Zusammenbruch der DDR hätten sehr viele Ostdeutsche feststellen müssen, "dass ihre wirtschaftliche Situation spätestens seit Mitte der 90er Jahre immer schlechter wurde", sagte der Histoiker.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!