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Kohls Kanzlerberater Teltschik be- und entlastet Angeklagten Pfahls

Schmiergelder & Panzer

Im Bestechungs-Prozess gegen den früheren Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls hat der ehemalige Kanzlerberater Horst Teltschik den Angeklagten zum Teil entlastet. Pfahls sei nicht für die umstrittene Lieferung von Fuchs-Spürpanzern an Saudi-Arabien verantwortlich gewesen, sagte Teltschik am Freitag vor dem Augsburger Landgericht. "Ich halte es für ausgeschlossen, dass Pfahls einen Ermessenspielraum bei der Lieferung von Spürfüchsen hatte", so der frühere enge Mitarbeiter von Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Andererseits sagte Teltschik, er sei 1990 von Pfahls in einem Brief gebeten worden, sich bei Auswärtigen Amt für diese Lieferung einzusetzen.

Er habe dieses Schreiben aber als "Zumutung" angesehen und missachtet, behauptete Teltschik im Gericht. Er habe sich "in einen solchen Scheiß" nicht einmischen wollen. Er habe 1990 mit der deutschen Wiedervereinigung ganz andere Sorgen gehabt, als den Export von ein paar Panzern.

Teltschik bestätigte, dass der damalige US-Außenminister James Baker bei einem Gespräch mit Kohl den Wunsch nach Fuchs-Spürpanzern geäußert habe. Kohl habe dies damals zugesagt.

In dem Prozess gegen Pfahls geht es um die Vermittlung des Panzergeschäfts mit Saudi-Arabien. Pfahls soll dafür 1991 vom Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber knapp zwei Millionen Euro erhalten haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung vor.

Pfahls sagte hingegen, er sei lediglich für Lobbyarbeit entlohnt worden. Er beruft sich darauf, dass er das Geschäft zwar vorbereitet und abgewickelt habe. Die politische Entscheidung hätten jedoch Kohl und der Bundessicherheitsrat getroffen. Der Altbundeskanzler soll am 3. August als Zeuge vor Gericht aussagen.

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