"Tätervolk"

Hohmann erklärt Kandidatur für den Bundestag

Der aus der CDU ausgeschlossene Fuldaer Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann wird sich definitiv bei der für den 18. September erwarteten Wahl als unabhängiger Direktkandidat bewerben. Hohmann verkündete am Freitag offiziell, was er seinen früheren Parteifreunden bereits vor anderthalb Wochen mitgeteilt hatte und was durch diese öffentlich geworden war. Bei einer Pressekonferenz in seinem Heimatort Neuhof warb Hohmann dafür, ihm die Erststimme zu geben und die "Zweitstimme wie bisher".

Hohmann wird damit im Wahlkreis Fulda gegen ein Mitglied jener Partei antreten, um deren Mitgliedschaft er derzeit noch mit juristischen Mitteln kämpft. Die Hessen-CDU mit ihrem Wahlkreisbewerber Michael Brand hat bereits erklärt, dass Hohmann ihr Gegner sei. Fulda gilt als bundesweite Hochburg der Union.

Bei der Bundestagswahl 2002 hatte Hohmann als Direktkandidat der CDU 54 Prozent der Stimmen erhalten. Das war das bundesweit viertbeste Ergebnis eines CDU-Kandidaten bei den Erststimmen.

Aus Partei und Unions-Bundestagsfraktion wurde der 57-Jährige ausgeschlossen, nachdem er in einer Rede zum Tag der Deutschen Einheit im Oktober 2003 argumentierte, wenn Juden kein "Tätervolk" seien, könnten Deutsche dies auch nicht sein. Vor Gerichten erzielte Hohmann einige Erfolge. Politisch wurde seine Rede vielfach als antisemitisch sowie als die Verbrechen Deutschlands relativierend kritisiert worden.

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