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Schröder kritisiert Medienberichterstattung zur Wahl

Gesenkter Daumen der Medien

Das Politikmagazin "Cicero" konfrontierte Bundeskanzler Gerhard Schröder mit der Frage, was er zu "all den nach unten gesenkten Daumen in der Medien" sage. Schröder griff in dem am Dienstag veröffentlichten Interview das Wort vom "Abgesang" auf, den er jetzt überall lese. Wahlkämpferisch sagte er, er glaube nicht an diesen Abgesang. "Wenn ich draußen bin, habe ich einen ganz anderen Eindruck." Zwei Drittel der Wähler seien noch nicht entschieden. Schröder setzte seine Kritik an den mächtigen Medien fort: Er beklagte eine "Verwilderung der Sitten" in den Medien. Es gebe dort "kaum noch eine differenzierte Wahrnehmung" und hält auch Absprachen zwischen den Medienkonzernen für möglich: "Wieweit das abgesprochen ist, vermag ich nicht zu beurteilen."

Ähnlich wie viele Nicht-Regierungsorganisationen und politische Initiativen, die sich von den großen Medien benachteiligt fühlen und häufig von "unterdrückten Nachrichten" sprechen, setzt der Bundeskanzler auf eigene Kommunikationswege: "Die einzige Möglichkeit, die man hat, ist, dafür zu sorgen, dass die eigenen Leute erreicht werden, dass Kommunikation trotzdem stattfindet, nicht nur über Medien, sondern direkt. Wenn man so will: Mundfunk statt Rundfunk".

"Sagt der Mann, der von den Medien einst zum 'Medienkanzler' ernannt wurde", lautet der Kommentar von Cicero. Eine positive Medienberichterstattung war nach Auffassung von Medienbeobachtern nicht unwesentlich daran beteiligt, dass Schröder und die SPD 1998 die Bundestagswahl gegen den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl gewonnen hatten. Damals hätten die Medien den Daumen für Kohl gesenkt und für Schröder aufgerichtet. Im Jahr 2005 sei nun die Medienberichterstattung für Angela Merkel und die CDU sowie für die FDP auffällig positiv. Die Medien verstünden es eben geschickt, Stimmungen für oder gegen Personen und Parteien sowie für oder gegen bestimmte Gesetzesvorhaben zu erzeugen.

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