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VCD berichtet über störende Maut-Flucht

Mehr Güter auf die Schiene

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) berichtet am Donnerstag von "erheblichen" Problemen auf Bundes- Landes- und Kreisstraßen, durch Lkw die Maut-Flucht betreiben. Der VCD verweist dabei auf eine Umfrage, die er Mitte März gestartet hatte. Bürgerinnen und Bürger seien aufgerufen gewesen, Straßen zu melden, auf denen der Lkw-Verkehr stark zugenommen hat, seitdem die Maut auf den Autobahnen eingeführt wurde. Inzwischen seien rund 1.300 Rückmeldungen eingegangen. Diese hätten gezeigt, dass mindestens 35 Bundes- sowie 17 Landes- und Kreisstraßen besonders stark vom Ausweichverkehr betroffen seien. Auf vielen weiteren Straßen hätten sich Menschen durch zusätzlichen Lkw-Verkehr massiv gestört gefühlt. Der VCD forderte die Ausweitung der Lkw-Maut auf das gesamte Straßennetz, um Umgehungen sinnlos zu machen. Außerdem sollten auch Lkw ab 3,5 Tonnen besteuert werden, da sie genauso für Umwelt- und Gesundheitsschäden verantwortlich seien. Nach Ansicht des VCD ist es wesentlich umweltschonender und sinnvoller Güter mit der Bahn zu transportieren.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: "Wenn Schwerlastfahrzeuge von der Autobahn abfahren, um der Straßennutzungsgebühr zu entgehen, werden die Belastungen für die Menschen vor Ort unerträglich. Lärm, Abgase und Unfallgefahr steigen rapide an." Um diese Probleme zu bekämpfen, sei die Ausweitung der Lkw-Maut auf das gesamte Straßennetz eine einfache und wirksame Lösung. Gleichzeitig würde mehr Kostengerechtigkeit im Güterverkehr erreicht.

Unter Kostengerechtigkeit sind in diesem Fall zwei Dinge zu verstehen, erklärt Daniel Kluge Pressesprecher des VCD. Erstens müssten andere Verkehrsträger, wie beispielsweise die Bahn wesentlich höhere Gebühren zahlen, so dass der Lkw-Verkehr ungerechtfertigter Weise Vorteile hätte. Zweitens entstünden durch den Lkw-Verkehr große Schäden an Umwelt, Gesundheit und Straße, die die bisherige Maut nicht auffangen würde. Als Beispiel brachte Kluge, dass die Belastung für eine Straße die gleiche sei, wenn ein 40-Tonnen-Lkw, oder 160.000 Pkw darüber fahren würden.

Die Bundesregierung erwäge dagegen lediglich, die Maut auf "einige wenige" Bundesstraßen auszudehnen, so der VCD. Das reiche nach den Ergebnissen der Umfrage keinesfalls aus. Zudem bestehe dann die Gefahr, dass sich der Lkw-Verkehr neue Schleichwege suche. Statt einzelne Streckenabschnitte in einem aufwändigen Verfahren bei der EU für die Mauterhebung zu beantragen, solle sich Deutschland für eine "umfassende und ökologisch tragfähige" Lösung stark machen.

Gehrmann sagte, über die Neufassung der EU-Wegekostenrichtlinie sei in Brüssel noch nicht abschließend verhandelt worden. Deshalb sei jetzt der richtige Moment, wo gerade Transitländer wie Deutschland mit "zukunftsweisenden" Lösungen Verkehrsverlagerung und -lenkung vorantreiben müssten. Nach Ansicht des VCD muss die Lkw-Maut auch in anderen Bereichen ausgedehnt werden. Es gelte, alle Lkw ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht in die Maut einzubeziehen. Denn nur etwa vier Prozent aller Lkw seien schwerer als zwölf Tonnen und fielen so unter die derzeitige Maut. Zudem müsse die Mauthöhe schrittweise angehoben werden.

Heidi Tischmann, Verkehrsreferentin des VCD sagte: "Nur wenn externe Kosten wie Umwelt- und Gesundheitsschäden den Verursachern auch angelastet werden, kann es zu Effizienzsteigerungen und der gewünschten Verlagerung des Güterverkehrs kommen." Im Ergebnis gebe es dann weniger Verkehr, "also weniger Leerfahrten und weniger sinnlose Transporte". Mit einer Maut, die ihren Namen verdiene, könnten außerdem mehr Güter auf die umweltschonende Schiene verlagert werden.

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