Klimawandel

Temperaturanstieg in europäischen Hauptstädten

Nach Auffassung des WWF steigen in Europa die Durchschnittstemperaturen im Sommer. Die Umweltschutzorganisation verwies am Donnerstag auf einen Bericht, wonach beispielsweise die Durchschnittstemperatur Berlins in den Sommermonaten der letzten 30 Jahre um 1,2 Grad Celsius gestiegen sei. Damit liege Berlin "voll im europäischen Trend". In 13 von 16 untersuchten europäischen Hauptstädten seien die Temperaturen seit 1970 um ein Grad oder mehr gestiegen. In Folge komme es teilweise zu gravierenden Gesundheitsproblemen für ältere Menschen, meint der WWF. Auch könne es unter gewissen Randbedingungen zu Milliardenschäden in der Land- und Forstwirtschaft kommen. Der WWF sprach sich daher für einen verstärkten Klimaschutzes aus. Insbesondere die Stromwirtschaft müsse sich so schnell wie möglich von fossilen Energieträgern, vor allem von der Kohle verabschieden. Aus den Schloten der Kraftwerke ströme derzeit weltweit mehr als ein Drittel des vom Menschen verursachten Treibhausgases Kohlendioxid.

Die spanische Hauptstadt Madrid hat nach Angaben des WWF mit einem Plus von 2,2 Grad einen besonders starken Anstieg verzeichnet. Kopenhagen und Dublin seien hingegen von so deutlichen Temperaturerhöhungen verschont geblieben. Hier seien die Temperaturen im Schnitt nur um 0,2 beziehungsweise 0,7 Grad Celsius gestiegen.

"Steigende Temperaturen bedeuten, dass sich der so genannte Traumsommer zum Alptraum entwickelt", meint Regine Günther von der Umweltschutzorganisation. Gerade ältere Menschen litten unter der Hitze. In den letzten Jahren sei es unter ihnen beispielsweise in Frankreich, aber auch in Deutschland aufgrund von Hitzewellen zu einer erhöhten Sterberate gekommen.

Der WWF forderte, dass der Stromwirtschaft strengere Auflagen gemacht werden, wenn im Sommer 2006 bestimmt wird, wieviel Kohlendioxid-Emmissionen sie verursachen darf. Dabei sei Strom der in Kohlekraftwerken gewonnen werde besonders schädlich für die Umwelt. Gaskraftwerke würden beispielsweise nur ein Drittel an Kohlendioxid pro Kilowattstunde produzieren, wobei der WWF sich nicht zur Knappheit von Erdgas äußert.

Das "Clean Coal"-Konzept, mit der die Hoffnung auf Kohlendioxid-neutrale Kohlekraftwerke verbunden ist, sei von einer Realisierung weit entfernt. Daher könne man eine Klimaschutz-Politik nicht auf diese Technologie stützen.

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