Taliban noch nicht "besiegt"
Bundesregierung will mehr Soldaten in den Krieg schicken
Im Vorfeld der Parlamentswahl in Afghanistan am 18. September werde "dort die Lage unruhiger und instabiler werden", sagte Struck. Er fügte hinzu: "Die Sicherheitslage wird schwieriger. Unsere Soldaten dort wissen das und sind darauf eingestellt."
"Taliban und Al-Qaida sind nicht hundertprozentig besiegt"
Einen Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan lehnte Struck strikt ab: "Das Land drohte wieder in die Zeit der Taliban zurückzufallen und zur Basis für den internationalen Terrorismus zu werden. Taliban und Al-Qaida sind nicht hundertprozentig besiegt. Ein Abzug wäre ein herber Rückschlag für die internationale Staatengemeinschaft im Kampf gegen den Terrorismus."
Der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Winfried Nachtwei, hatte sich bereits im April für eine Ausweitung des Afghanistan-Mandats ausgesprochen. Struck hatte damals mit dem afghanischen Verteidigungsminister Abdel Rahim Wardak über eine Zusammenarbeit mit der neuen afghanischen Nationalarmee gesprochen. Deutschland wolle die afghanischen Armee, die 70.000 Soldaten umfassen solle, in Strukturfragen beraten.
Soldaten: Töten und getötet werden
Rund 1.900 deutsche Soldaten sollen bislang nach Angaben der Redaktion der Website "german-foreign-policy.com" seit 1994 mit psychischen Störungen von den verschiedenen Auslandseinsätzen der Bundeswehr zurückgekehrt sein. Dies habe ein Sprecher des Bundesministeriums der Verteidigung auf Nachfrage bestätigt. Zur Überwindung der Angst davor, zu töten oder getötet zu werden, würden Bundeswehr-Experten psychischen "Drill" und "soldatische Werte" wie Treue und Gehorsam empfehlen, so german-foreign-policy.
Der kriegsnah ausgebildete Soldat als "selbstlos dienender und unbedingt gehorchender Kämpfertyp" werde in der Bundeswehr "zur fraglos akzeptierten Norm", heißt es in einer Studie des Hamburger Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik.
Vom Krieg in Afghanistan
Über die Aktivitäten der Bundeswehr im Afghanistan-Krieg ist nur wenig bekannt. Die Bundeswehr macht hierzu kaum Angaben.
Das US-Militär ist etwas auskunftsfreudiger. Demnach lieferten sich US-Truppen und Kämpfer der Taliban Anfang Juli zunehmend heftige Gefechte. Wie das US-Militär am 2. Juli mitteilte, bombardierten US-Kampfflugzeuge am Vortag Stellungen der Rebellen in der östlichen Provinz Kunar. Dabei seien "Präzisionswaffen" eingesetzt worden. Über Opfer der Angriffe machte das US-Militär keine Angaben. Nach Angaben der Provinzbehörden hat es einen Angriff auf das Dorf Chichal gegeben. Ein Sprecher der Taliban sagte in einem Telefonat, 25 Zivilisten seien bei den Angriffen getötet worden, unter ihnen Kinder.
Mutmaßliche Rebellen sollen am 10. Juli zwei Raketen auf die afghanische Hauptstadt Kabul abgefeuert haben. Wie Augenzeugen berichteten, wurden Gebäude beschädigt; verletzt wurde offenbar niemand. Das erste Geschoss soll nahe der US-Botschaft und dem Hauptquartier der NATO-geführten Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) eingeschlagen sein. Die zweite Rakete sei in der Nähe des am nordöstlichen Stadtrand gelegenen Flughafens niedergegangen. Dort sei auch ein Kontingent der Bundeswehr stationiert.
Ein anderes Beispiel: In einem Agenturbericht vom 4. Juli hieß es, die US-Armee habe nach afghanischen Angaben bei einem Angriff auf ein Rebellenversteck im Osten Afghanistans mindestens 17 Zivilisten getötet. Unter den Toten seien auch mehrere Frauen und Kinder, sagte der Gouverneur der Provinz Kunar, Assadullah Wafa. Der Angriff sei auf das Dorf Schischal am 1. Juli geflogen worden.
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Am 12. Aug. 2005 unter:
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