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Stoiber verweigert plötzlich TV-Duell mit Lafontaine

Inhalt oder Wahltaktik?

CSU-Chef Edmund Stoiber verweigert sich plötzlich einem TV-Duell mit Linkspartei-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine. Zuvor hatte der bayerische Ministerpräsident Lafontaine zum Duell gefordert, was dieser umgehend "mit größtem Vergnügen" annahm. Der frühere Wahlkampfmanager Stoibers, Michael Spreng, hatte sich erstaunt über Stoibers Verhalten gezeigt und von einem "Kardinalfehler" gesprochen. Stoiber würde die Linkspartei nur aufwerten und der SPD die politische Mitte überlassen. Ein solches "Duell" soll nun nach Vorstellung der CSU nur schriftlich ausgetragen werden. CSU-Generalsekretär Markus Söder bestätigte am Montag, es solle kein TV-Duell, sondern lediglich ein "Print-Duell" geben. Der Wahlkampfchef der PDS, Bodo Ramelow, hielt Stoiber daraufhin Feigheit vor.

Stoiber hatte zuvor der "Bild-Zeitung" laut Vorabbericht gesagt, er sei bereit, sich mit dem früheren SPD-Vorsitzenden Lafontaine inhaltlich über die Folgen einer Wahl "der PDS" (Linkspartei) auseinander zu setzen.

Söder begründete die Absage Stoibers damit, dass der CSU-Chef "keine Show" mit Lafontaine suche, sondern eine inhaltliche Auseinandersetzung "über die Aussagen dieser neulackierten PDS". Daher wolle er in einem Streitgespräch auf die negativen Folgen einer Stärkung der Linkspartei für die Wirtschaft und das Ansehen Deutschlands in der Welt aufmerksam machen.

Für den Linkspartei-Politiker Ramelow sind weniger inhaltliche, als vielmehr wahltaktische Gründe für den Rückzug ausschlaggebend gewesen. So komme die Linkspartei selbst in Bayern mittlerweile auf sechs Prozent Zustimmung, das mache den bayerischen Regierungschef "nervös". Ramelow fügte hinzu: "Wer erst groß ein Rededuell ankündigt und dann auf vorgefertigte Statements zurückgreifen will, stellt sich selbst bloß. Stoiber ist feige und kneift."

Auch Schröder stellte sich nicht einer Fernseh-Diskussion

Ende Juli hatte schon Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ein TV-Duell mit dem Spitzenkandidaten des Linksbündnisses Oskar Lafontaine abgelehnt. "Eine solche Fernsehdebatte ist völlig ausgeschlossen", hieß von Regierungssprecher Thomas Steg. Lafontaine hatte zuvor in der "Passauer Neuen Presse" Interesse an einem Fernsehduell mit Schröder oder SPD-Chef Franz Müntefering bekundet. "Selbstverständlich wäre es für mich hochinteressant, mit meinem Nachfolger im Parteivorsitz oder dem jetzigen Parteivorsitzenden im Fernsehen zu diskutieren", sagte der Ex-SPD-Chef. Schröder und Müntefering scheuten eine solche Diskussion aber "wie der Teufel das Weihwasser".

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