"Lebenswandel"

Anteil der Frühgeburten soll steigen

Der Anteil der Frühgeburten in Deutschland nimmt offenbar deutlich zu. Wie die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf jüngsten Statistiken der Bundesgeschäftstelle für Qualitätssicherung in Düsseldorf berichtete, soll der Anteil der Frühgeburten an den gemeldeten Krankenhausentbindungen 2003 rund neun Prozent betragen haben. Das bedeute eine Steigerung um mehr als ein Fünftel in den vergangenen elf Jahren.

Die unmittelbaren jährlichen Kosten für Frühgeburten in Deutschland werden dem Blatt zufolge auf rund 750 Millionen Euro geschätzt. Die Kosten für Langzeitbehandlungen von dauerhaft kranken oder behinderten Kindern sind hierbei noch nicht eingerechnet.

Der Leiter der Klinik für Frauenheilkunde an der Berliner Charité, Joachim Dudenhausen, nannte als Hauptursache für die Zunahme der Zahl der Frühgeburten den Lebenswandel von Frauen und ihren immer mehr nach hinten verschobenen Wunsch nach einem ersten Kind.

Viele der älteren Erstgebärenden brächten Zwillinge zur Welt, weil sie sich hormonell behandeln ließen. Mehrlingsschwangerschaften führten aber häufig zu Frühgeburten. Erschreckend sei auch, dass beispielsweise in Berlin 25 Prozent der Schwangeren rauchten und neun Prozent regelmäßig Alkohol konsumierten, sagte Dudenhausen.

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