Zwischen den Fronten
Kolumbianisches Solar- und Friedensdorf soll bedroht sein
Am 21. Februar 2005 seien acht Menschen, darunter Luis Eduardo Guerra, einer der Leiter des Dorfes, und drei Kinder grausam ermordet worden. Amnesty International, Peace Brigades International und andere internationale Beobachter prangerten diese fürchterliche Tat an. Nach Informationen des Institutes für Globale Friedensarbeit blieben die Mörder straffrei.
Bodenschätze und Bürgerkrieg
Das Massaker sei ein Vorfall in einer Reihe von Angriffen, denen das Dorf ausgesetzt sei. Die Angriffe sind nach Auffassung des Instituts "Teil der Strategie, das wegen seiner Bodenschätze und seiner strategischen Lage hart umkämpfte Gebiet von seinen Bewohnern leerzufegen. Statt San José zu schützen, beschuldigte der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe Vélez im März 2005 Bewohner des Dorfes öffentlich, mit Guerilla-Gruppen zu kooperieren und sie zu unterstützen."
Institut: Keine Kooperation mit den Konfliktparteien
Das Institut für Globale Friedensarbeit betonte, die Menschen in San José de Apartadó verzichteten auf jegliche Waffen und verweigerten die Kooperation mit sämtlichen der Konfliktparteien "und das in einer Region, die seit 40 Jahren in heftige Konflikte verstrickt ist."
Das Dorf stehe unter persönlicher Begleitung durch mehrere kolumbianische und internationale Beobachter und Menschenrechtsaktivisten, unter anderem von Gloria Cuartas, die 1996 von der UNESCO als "Bürgermeisterin für den Frieden" ausgezeichnet wurde, und dem Jesuitenpater Javier Giraldo.
"Eine kleine Insel des Friedens und der Neutralität"
Gloria Cuartas sagte: "San José ist eine von 20 Friedensgemeinden in ganz Kolumbien." Inmitten des grausamen Konfliktes bildeten seine Bewohner eine kleine Insel des Friedens und der Neutralität und lebten strikt gewaltfrei. "San José ist unsere Hoffnung auf ein friedliches Kolumbien. Es darf nicht sein, dass Menschen, die nie Waffen tragen, gejagt und grausam umgebracht werden."
Rufe nach Unterstützung
Die Bewohner des Friedensdorfes, sowie Gloria Cuartas und Pater Giraldo bitten dringend um den Schutz der Weltöffentlichkeit, so das Institut.
Auch die Theologin Sabine Lichtenfels, nominiert als eine der "1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005" sagte, sie bewundere die Menschen von San José, die mit aller Kraft gewaltfrei versuchten, ein Beispiel für ein friedliches Leben zu geben. "Wir können nicht tatenlos zusehen, wenn Menschen, mit denen wir geweint, gelacht und gesungen haben, schon morgen zu Märtyrern werden." Es müsse jetzt schnell gehandelt und ihnen geholfen werden, indem eine große Öffentlichkeit für sie geschaffen werde. "Ich rufe alle internationalen Friedenskräfte auf: Helft mit, dass San José bekannt und dadurch geschützt wird."
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