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Die neun Nicht-Schattenminister von CDU/CSU

Wahlkampfteam

Die Kanzlerkandidatin von CDU und CSU, Angela Merkel, hat am Mittwoch ihr so genanntes "Kompetenzteam" für den Wahlkampf vorgestellt. Ein Schattenkabinett soll das Team allerdings nicht darstellen. Für die Zeit nach den Wahlen sind diese Personen insofern nicht zwangsläufig relevant. Bundeskanzler Gerhard Schröder setzt im Wahlkampf auf seine Kabinettsmitglieder. Der Kanzler habe die Mitglieder seines Kabinetts "mit Bedacht" ausgewählt, sie zeichneten sich durch Kompetenz aus, sagte Regierungssprecher Thomas Steg. Nachfolgend ein paar Sätze zu Merkels Wahlkampfteam.

PAUL KIRCHHOF (62): Der parteilose Finanzprofessor an der Uni Heidelberg hat sich immer wieder zur Steuerpolitik geäußert. Mit einer Einkommenssteuer von einheitlich 25 Prozent steht Kirchhof für ein Ende der steuerlichen Umverteilungspolitik. Gering verdienende sollen demnach genau so besteuert werden wie Spitzenverdiener und Superreiche. 2003 wurde er dafür zum "Reformer des Jahres" gekürt. Von 1987 bis 1999 war Kirchhof auf Vorschlag der Union Verfassungsrichter. Auch im Kandidatenkarussell für das Bundespräsidentenamt fiel im vergangenen Jahr sein Name. Kirchhof ist verheiratet und hat vier Kinder.

PETER MÜLLER (49): Der Saar-Ministerpräsident, der für Wirtschaft und Arbeit zuständig sein soll, gewann 1999 den Wahlkampf. Er hatte sich unter anderem für eine Abkehr von der Steinkohle ausgesprochen. Dafür kürte ihn die "Wirtschaftswoche" 2003 zum "Ministerpräsidenten des Jahres". 2004 wurde Müller im Amt bestätigt. Der frühere Richter fühlt sich stets zu bundespolitischen Stellungnahmen berufen, gelegentlich auch entgegen der eigenen Parteilinie. Profiliert hat sich Müller durch die Verhandlungsführung der Union bei den Zuwanderungsgesprächen. Müller hat mit seiner Frau drei Kinder.

WOLFGANG SCHÄUBLE (62): Der Fraktionsvize war schon Innenminister, Fraktionschef und CDU-Vorsitzender; jetzt vertritt er im so genannten "Kompetenzteam" die Außenpolitik. Seit 33 Jahren gehört er dem Bundestag an. Der Weg ins Kanzleramt und ins Bundespräsidialamt blieb dem Badener verwehrt. Den Tiefpunkt seiner Karriere erlebte Schäuble im Februar 2000, als er wegen ungeklärter Umstände einer Spende des Waffenlobbyisten Schreiber als Partei- und Fraktionschef zurücktrat. Seither hält er sich parteipolitisch zurück und konzentriert sich auf die Außenpolitik. Schäuble ist verheiratet und hat vier Kinder.

URSULA VON DER LEYEN (46): Die Sozialministerin aus Niedersachsen ist einer der Shootingstars in der CDU. Seit März 2003 ist von der Leyen Landesministerin und Mitglied im Landtag. Zuvor war die Ärztin nur kommunalpolitisch tätig. Die in Brüssel geborene Politikerin profilierte sich 2004 bundesweit in der Gesundheitspolitik, im Dezember rückte sie ins Parteipräsidium auf. Die Familienpolitik scheint ihr auf den Leib geschnitten. Von der Leyen ist verheiratet und Mutter von sieben Kindern.

GÜNTHER BECKSTEIN (61): Der bayerische Innenminister steht für eine restriktive Strafverfolgungs- und Überwachungspolitik. Immer wenn es Debatten über die Nachfolge von Ministerpräsident Edmund Stoiber gab, fiel auch Becksteins Name. Becksteins Problem ist, dass er mit Innenminister Otto Schily (SPD) auf ein Gegenüber bei Rot-Grün trifft, der inzwischen eine vergleichbare Politik betreibt. Beckstein ist verheiratet und hat drei Kinder.

GERDA HASSELFELDT (55): Die Diplomvolkswirtin war im Kabinett Kohl sowohl als Bau- und als Gesundheitsministerin. Als Fraktionsvize der Union ist die CSU-Politikerin derzeit verantwortlich für die Bereiche Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Kommunalpolitik, Tourismus und Energie. Im Kompetenzteam kommt zum Verbraucherschutz und die Landwirtschaft noch die Umweltpolitik hinzu. Hasselfeldt ist verheirat und hat zwei Kinder.

ANNETTE SCHAVAN (50): Die baden-württembergische Kultusministerin gehört zu den Vertrauten Merkels. Seit zehn Jahren ist Schavan für die Bildungspolitik im Südwesten zuständig, nun soll sie die gleiche Aufgabe im Bund wahrnehmen. Schavans Nominierung kommt nicht überraschend, zumal sie 2004 im Kampf um das Ministerpräsidentenamt Günther Oettinger unterlegen war. Seit 1998 ist sie auch stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende. Schavan ist auch Vizepräsidentin im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

DIETER ALTHAUS (47): Der thüringische Ministerpräsident zählt zu den engsten Mitstreitern von Merkel. Jetzt ist er die "Ost-Stimme" im Wahlkampfteam. Althaus trat 1985 in die DDR-Blockpartei CDU ein. Zu dieser Zeit war er Lehrer. 1992 holte ihn der damalige CDU-Ministerpräsident Bernhard Vogel als Kultusminister in sein Kabinett. Im Juni 2003 trat Althaus die Nachfolge Vogels an, 2004 wurde er im Amt bestätigt. Althaus will im Fall eines Wahlsieges nicht in ein Kabinett Merkel eintreten. Der Katholik ist verheiratet und hat zwei Kinder.

NORBERT LAMMERT (56): Der Bochumer soll Merkels Mann für Kultur werden. Der promovierte Sozialwissenschaftler ist seit fast 40 Jahren CDU-Mitglied. Seit 2002 ist der Vorsitzende der einflussreichen CDU-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen auch Vizepräsident des Bundestages. Er setzte sich in der Vergangenheit für eine größere Verantwortung des Bundes in der Kulturpolitik ein und brachte ein eigenständiges Bundeskulturministerium ins Gespräch. Lammert ist verheiratet und hat vier Kinder.

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