Biedenkopf dafür

Zentralrats der Juden fordert Verzicht auf CDU-Wahlkampfparole

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, fordert vom sächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Henry Nitzsche einen Verzicht auf seine umstrittene Wahlkampfparole "Arbeit, Familie, Vaterland". Das Motto sei "problematisch" sagte Spiegel dem "Berliner "Tagesspiegel" und verwies auf die Historie des Slogans.

Er wurde vom französischen Vichy-Regime geprägt, das während des Zweiten Weltkrieges mit den Nazis kollaborierte. Die NPD hatte diesen Slogan als Motto für ihren Bundesparteitag im Herbst 2004 im thüringischen Leinefelde ausgewählt. Spiegel betonte, Nitzsche sollte "kreativ genug sein, ein eigenes, demokratisches Wahlkampfmotto zu finden".

Biedenkopf hat keine Bedenken gegen "Arbeit, Familie, Vaterland"

Der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) hat keine Bedenken gegen den Wahlkampfslogan "Arbeit, Familie, Vaterland" des sächsischen CDU-Politikers Henry Nitzsche. "Was ist daran schlecht?" fragte Biedenkopf in einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung". Wer die Verwendung des Wortes "Vaterland" kritisiere, den könne er nur bedauern, sagte Biedenkopf. In der Aufregung über den Slogan komme eine "gewisse Deformation des Denkens" zum Ausdruck. Die Deutschen könnten sich nicht über Generationen den Missbrauch von Worten und Aussagen durch die Nationalsozialisten vorhalten lassen.

Nitzsche tritt zur Bundestagswahl als Direktkandidat der CDU im Wahlkreis Kamenz-Hoyerswerda-Großenhain an. Der Abgeordnete war bereits vor zwei Jahren wegen ausländerfeindlicher Äußerungen auch in der eigenen Partei in die Kritik geraten.

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