Kirchner "speiste Gläubiger ab"

Aufschwung in Argentinien nach Stopp von Schuldenzahlungen

Die Verschuldung der Staatshaushalte ist in aller Munde. Erhebliche Teile der Steuergelder werden dafür aufgewendet, um die Zinsen zu bezahlen. Öffentliche Ausgaben werden gekürzt. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ), eine von Deutschlands führenden Wirtschaftszeitungen, wirft den Blick auf Argentinien. Präsident Néstor Kirchner und sein Vorgänger Eduardo Duhalde haben nach Auffassung der Zeitung "mit geschickten Verhandlungen" und reichlich Glück die schwerste Wirtschaftskrise des Landes überwunden. Das Rezept: Argentinien hatte zur Jahreswende 2001/2002 die Schuldenzahlungen eingestellt, zahllose Verträge gebrochen und die Landeswährung dem freien Fall überlassen. Als erstes hätte es gegolten, "den maximalen Vorteil aus dem Zahlungsmoratorium zu ziehen und sowenig wie möglich an die Gläubiger zu zahlen." Eine weitere "Leitlinie" sei ein ausgeglichener Staatshaushalt gewesen.

Diese Politik habe die Regierung bisher mit großem Erfolg umgesetzt, schreibt die Frankfurter Allgemeine. Erst die Ignorierung der Devisenschulden habe es möglich gemacht, den Peso abzuwerten. Der hohe Dollarkurs erlaube es, "die Gewinne der Exporteure mit neuen Steuern abzuschöpfen".

Die Einstellung der Zinszahlungen und die Erlöse aus den Exportsteuern erzeugten hohe Überschüsse in der Staatskasse und "erlaubten die Auflage von Konjunktur- und Sozialprogrammen".

Die privaten Gläubiger habe der konservative Präsident Kirchner im Frühjahr 2005 nach drei Jahren des Hinhaltens "mit einem geschickt konzipierten und ungewöhnlich knauserigen Umschuldungsangebot" abgespeist. Für die Anleger habe es einen wertmäßigen Verlust von rund zwei Dritteln ihrer Ansprüche bedeutet.

Auch den Internationalen Währungsfonds (IWF) habe Argentinien in die Schranken verwiesen. Der argentinische Präsident zahle fällig werdende IWF-Kredite einfach zurück und verbitte sich jegliche Einmischung aus Washington.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!