"Einbrüche im Familieneinkommen"

Mehr staatliche Unterstützung für Eltern gefordert

Das deutsche Bildungs- und Betreuungsangebot für Kinder hat nach Ansicht eines Expertengremiums entscheidende Mängel. In dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten 12. Kinder- und Jugendbericht kritisiert eine siebenköpfige Experten-Kommission einen "unübersehbaren Nachholbedarf". Zu lange habe sich die deutsche Politik bei der Halbtags-Betreuung von Kindern und Jugendlichen auf eine "geschlechtsspezifisch organisierte Familie" verlassen, heißt es in dem von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Bericht.

Das deutsche Bildungssystem müsse vor allem erwerbstätige und alleinerziehende Mütter stärker unterstützen, forderte der Kommissionsvorsitzende Thomas Rauschenbach. Nur so könne sichergestellt werden, dass alle Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft unter "guten und gesunden Bedingungen" aufwachsen könnten.

Die Kommission fordert weiterhin, der Staat müsse für alle Altersgruppen zusätzliche Ganztagsangebote schaffen und spätestens ab 2010 eine Betreuung der Kinder von Geburt an garantieren. Außerdem dürften Kinder nicht zu "unzumutbaren Einbrüchen" im Familieneinkommen führen.

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