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Merkel verwechselte zweimal brutto und netto

Wirtschaftskompetenz

Die zweimalige Verwechslung von netto und brutto und ein Vertuschungsversuch der CDU werden für Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel zu einer unangenehmen Angelegenheit. SPD-Fraktionsvize Joachim Poß warf Merkel am Mittwoch "wirtschaftspolitische Unkenntnis" vor. Es sei kein Wunder, dass die Union Merkel nicht zweimal in ein TV-Duell mit Bundeskanzler Gerhard Schröder schicken wolle. Merkel hatte am Sonntag im ARD-Sommerinterview gesagt, mit der von der Union angestrebten Senkung der Lohnzusatzkosten würden "die Brutto-Löhne um ein Prozent sinken". Tatsächlich änderte sich am Lohn-Brutto aber nichts, die Netto-Löhne stiegen. Die CDU korrigierte den Lapsus auf ihrer Internet-Seite. In einer angeblichen Fassung des Interviews "im Wortlaut" ließ sie laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" "die Brutto-Löhne um ein Prozent steigen" - was wieder falsch war. Nach einer weiteren Nachbesserung heißt es seit Dienstag, dass die "Netto-Löhne um ein Prozent steigen". Das stimmt zwar, entspricht aber nicht dem, was Merkel gesagt hatte.

SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter nannte die Retusche der Union am Mittwoch "dreist". Merkels Patzer erklärten, warum sie "konkrete Aussagen meidet wie der Teufel das Weihwasser: Zu häufig macht sie Fehler."

In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Illustrierten "Bunte" brachte Merkel erneut brutto und netto durcheinander. Hier stellt sie den Arbeitnehmern "1 Prozent mehr Bruttolohn" in Aussicht.

Auch ein "Spiegel"-Interview mit Merkel in der vergangenen Woche hatte für Verwirrung gesorgt: Dort hatte Merkel angekündigt, die Union wolle bereits 2006 die Maastricht-Kriterien wieder einhalten. Im Unions-Wahlprogramm steht, das Ziel soll "innerhalb der neuen Legislaturperiode" erreicht werden.

Die Begründung der CDU, Schuld sei ein "Autorisierungsfehler", bezeichnete Poß als "unwürdige, verzweifelte Ausrede". Der SPD-Politiker spottete: "Ein Merkel ist mittlerweile das Maß für den Abstand von einem Fettnäpfchen zum nächsten."

Die Verwechslung von brutto und netto ist allerdings nicht neu. Der Fehler war 1994 auch dem damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Rudolf Scharping unterlaufen.

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