Nach Strompreiserhöhungen
Zieht der Energiekonzern Vattenfall Gewinne nach Schweden ab?
Das Verlangen nach kompletter Übernahme aller Aktien, das sogenannte "squeeze-out"-Verfahren ist möglich, wenn ein Aktionär über mehr als 95 Prozent aller Aktien verfügt. Betroffen sind offenbar vor allem ehemalige Aktionäre der alten Strom-Verbundunternehmen Bewag und HEW. Zuvor hatte der Konzern auf seinen Hauptversammlungen den Aktionären mehrfach versichert, dass kein "Squeeze-Out" geplant sei.
Im wesentlichen kommen nach Einschätzung des "Freundeskreises Lacoma" zwei Ursachen für diese Entscheidung in Frage: Auf den bisherigen Hauptversammlungen hätten kritischen Aktionäre immer wieder auf Umweltschutzprobleme, wie etwa die Zerstörung der Lacomaer Teichlandschaft bei Cottbus durch den Braunkohletagebau oder auf die Risiken der Kernenergienutzung hingewiesen. Solche kritischen Beobachter des Konzerngeschäftes könnten nun ihre Rechte verlieren.
Die derzeitige Profitabilität des Konzerns, die vor allem durch Strompreiserhöhungen entstanden sei, hätte in den nächsten Jahren zu einer Dividendenerhöhung führen müssen. Die Kleinaktionäre sollen nach Auffassung der Kritiker nun aber um ihren Anteil gebracht werden. Damit solle dauerhaft noch mehr Kapital aus Deutschland nach Schweden abgezogen werden. Das könne nicht im Sinne von Konjunktur und gesunder wirtschaftlicher Entwicklung Ostdeutschlands sein.
Vattenfall zeige sich damit "weiterhin als unzuverlässiger Partner". Der Wunsch nach einer kompletten Übernahme sei in den Hauptversammlungen 2003, 2004 und 2005 abgestritten worden. Bereits am 8. Juli hatte der stellvertretende Vorsitzende der SPD Bundestagsfraktion Michael Müller Vattenfall in einer Pressemitteilung als "unzuverlässiges Unternehmen" bezeichnet.
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Am 04. Aug. 2005 unter:
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