"Korruption ist ein Gift"
Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre und drei Monate Haft für Pfahls
Pfahls-Anwalt Volker Hoffmann machte im Prozess darauf aufmerksam, dass sein Mandant versuchen wolle, einen Teil seiner Schulden zurückzuzahlen. Ein erheblicher Teil davon seien Steuerschulden, die er allerdings nicht genau beziffern könne. Er habe kein Vermögen mehr und die Rentenansprüche seien gepfändet.
Im Verlauf des Prozesses hatte die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Bestechlichkeit fallen gelassen und nur noch eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung und Vorteilsannahme beantragt. Das ist strafrechtlich weniger schwerwiegend, wenngleich es sich auch dabei um ein Korruptionsdelikt handelt.
Vor allem die Zeugenaussage von Alt-Bundeskanzler Kohl war ausschlaggebend dafür, dass die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Bestechlichkeit fallen ließ. Kohl hatte gesagt, dass Pfahls keinen Einfluss auf das Geschäft mit Thyssen-Panzern genommen habe. Für Kohl ging es Medienberichten zufolge auch darum, den jahrelang erhobenen Vorwurf, seine Regierung sei bestechlich gewesen, vom Tisch zu bekommen. Dennoch hatte seine Zeugenaussage offenbar erhebliches Gewicht.
Staatsanwaltschaft: "Korruption auf höchster Ebene"
Staatsanwalt Christoph Wiesner sagte in seinem Plädoyer: "Korruption ist ein Gift, das das Vertrauen der Bevölkerung in die Lauterkeit untergräbt." Es handle sich bei der Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung durch Pfahls keineswegs um Kavaliersdelikte: "Wir sprechen hier von Korruption auf höchster Ebene!"
Das Geständnis des Angeklagten sei in der Hauptverhandlung auf Herz und Nieren geprüft worden. Die Äußerungen von Schreiber - dem Auslöser der ganzen Affäre - bezeichneten Wiesner und sein Kollege Ulrich Staudigl als Störfeuer, das nur dem Zweck diene, sich selbst zu schützen: "Sonst wäre aus dem Pfahls-Geständnis für ihn ja noch ein eigenes geworden."
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
