Mögliche Insidergeschäfte
Durchsuchungen bei Daimler und Kritischen Aktionären
Rothbauer nannte es zudem "unverschämt", dass im laufenden Verfahren gegen Jürgen Grässlin als Beschuldigten ermittelt werde: "Hier wird ein Aufklärer zum Täter gemacht".
Nach Recherchen des "Handelsblattes" war der Kreis derjenigen, die vorzeitig von dem Rücktritt Schrempp wußten, vermutlich größer als offiziell zugegeben. Nach einer Rekonstruktion, die das Blatt am vergangenen Montag veröffentlichte, sei der Kreis der Mittwisser drei Tage bevor Aufsichtsratschef Hilmar Kopper und Schrempp an die Öffentlichkeit gegangen seien, rapide angewachsen.
So hätte an diesem Montag der Betriebsrat Klemm seine Aufsichtsratskollegen von der Arbeitnehmerseite eingeweiht. Zugleich seien in Schrempps Büro hektische Aktivität ausgebrochen, die für einige unbeteiligte Daimler-Mitarbeiter nur den Schluss zugelassen hätten: "Der Chef geht."
Als der Börsenhandel am 28. Juli um 9 Uhr begonnen habe, sei der Aufsichtsrat von Daimler zusammengekommen, um den Stabwechsel von Schrempp zu Dieter Zetsche abzunicken. Der Kurs der Autoaktie lag zu dem Zeitpunkt bei 36,50 Euro und nur kleinere Aktienpakete hätten den Besitzer gewechselt, was sich mit der Meldung vom Schrempp-Rücktritt schlagartig geändert hätte. Der Kurs begann rasant zu steigen und endete am Abend mit einem Plus von zehn Prozent.
Die BaFin und die Staatsanwaltschaft Stuttgart fragen sich nun, wer genau vorzeitig von Schrempps Rücktritt gewusst hat und damit sein Wissen möglicherweise für Insidergeschäfte genutzt haben könnte. Deshalb wurde die Durchsuchung vorgenommen.
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Am 01. Sep. 2005 unter:
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