Irakkriegserfahrungen

US-Kriegsdienstverweigerer aus Haft entlassen

Am vergangenen Mittwoch ist der US-amerikanische Kriegsdienstverweigerer Blake Lemoine wegen guter Führung vorzeitig aus der Militärhaft in Fort Sill entlassen worden. Gegenüber dem Deserteursnetzwerk "Connection" erklärte er telefonisch, es gehe ihm gut und er werde sich zukünftig für andere amerikanische Kriegsdienstverweigerer einsetzen. Seit Beginn des Irak-Krieges sollen einige Hundert Soldaten den Kriegsdienst verweigert haben. Etwa 5.000 seien desertiert.

Blake Lemoine war als Soldat zunächst in einer US-Einheit in Darmstadt stationiert, wurde aber später für über ein Jahr in den Irak geschickt. Diese Erfahrungen brachten ihn dazu, Anfang 2005 einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zu stellen und jede weiteren militärischen Befehle nicht mehr zu befolgen. "Blake wollte Zeugnis über die Grausamkeiten des US-Militärs im Irak ablegen, die er selbst erlebt hatte", sagte Elsa Rassbach von der Bürgerrechtsvereinigung American Voices Abroad Military Project. "Aufgrund seiner religiösen Überzeugung konnte er nicht schweigen."

Die Militärbehörden haben sich offenbar bis heute nicht mit dem Antrag auf Kriegsdienstverweigerung beschäftigt. Am 4. März 2005 wurde er wegen Befehlsverweigerung angeklagt und am 28. März zu sieben Monaten Haft verurteilt. Die Militärhaft saß er in Fort Sill, Oklahoma, ab.

Blake Lemoine ist nicht der einzige amerikanische Kriegsdienstverweigerer. Seit Beginn des Irak-Krieges haben nach Angaben des Deserteurs-Netzwerkes Connection Hunderte einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt. Viele von ihnen seien dennoch in das Kriegsgebiet geschickt worden und mehr als die Hälfte ihrer Anträge seien vom US-Militär abgelehnt worden.

So hätten seit Beginn des Irakkrieges über 5.000 Soldaten nur die Chance der Desertion gesehen. Einige von ihnen hätten in anderen Ländern Asyl beantragt, zum Beispiel in Kanada.

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