Fraktionsvorsitz

Fischer steht allenfalls noch für ein Regierungsamt zur Verfügung

Am Rande einer Sitzung der alten und neuen Grünen-Abgeordneten am Dienstag in Berlin kündigte Außenminister Joschka Fischer (Grüne) an, er wolle "im Oppositionsfall" keine Führungsämter in Partei und Fraktion übernehmen. An den noch für diese Woche geplanten Sondierungsgesprächen zwischen Union und Grünen wird Fischer laut Bütikofer nicht teilnehmen. Sein Bundestagsmandat nimmt Fischer allerdings an. Zudem gehört er weiter dem Grünen-Parteirat an. Fischer steht offebar allenfalls noch für ein Regierungsamt zur Verfügung. Um die Doppelspitze der Grünen-Fraktion kündigt sich nun eine Kampfkandidatur an.

Verbraucherministerin Renate Künast, Bundesumweltminister Jürgen Trittin und der frühere Parteichef Fritz Kuhn kündigten in der Fraktionssitzung ihre Kandidatur an, genauso wie die amtierenden Fraktionsvorsitzenden Krista Sager und Katrin Göring-Eckardt. Die Wahl wird laut Sager am kommenden Dienstag stattfinden.

Seinen Verzicht begründete Fischer, der seine Partei im Bundestagswahlkampf als Spitzenkandidat angeführt hatte, mit einer notwendigen Neupositionierung der Grünen. Nach dem Verlust der rot-grünen Mehrheit bräuchten Fraktion und Partei eine "Neuaufstellung". Der Grünen-Politiker sprach zudem von einer persönlichen Entscheidung, die für ihn auch eine "Zäsur" bedeute.

Damit gehe ein 20-jähriger Lebensabschnitt zu Ende. Ohne Details zu nennen, fügte Fischer hinzu: "Und ein neuer beginnt."

Die Grünen-Vorsitzenden Bütikofer und Claudia Roth würdigten die Bedeutung des Außenministers für ihre Partei. Roth: "Ohne Joschka Fischer wäre die Partei ganz sicher nicht da, wo sie heute ist."

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